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Bürger demonstrieren vor dem Rathaus

Gehrden Bürger demonstrieren vor dem Rathaus

Die Bürgerinitiative „Wir für Gehrden“ hat vor dem Rathaus demonstriert und Verwaltungschef Cord Mittendorf einen offenen Brief überreicht. Das Ziel: Der Marktplatz soll nicht durch den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses verkleinert werden.

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Rund 200 Gehrdener Bürger protestieren vor dem Rathaus. Sie wehren sich gegen eine Verkleinerung des Marktplatzes. Bisher sind 2817 Unterschriften gesammelt worden. 

Quelle: Wirausky

Gehrden.  An Einfallsreichtum mangelt es der Bürgerinitiative „Wir für Gehrden“ nicht. Seit Wochen sammeln sie an Infoständen eifrig Unterschriften für ihre Sache –dazu haben sie vor einigen Wochen eine Menschenkette organisiert und nun sogar eine Demonstration inklusive Lichterkette vor dem Rathaus.

Auslöser des Protestes ist ein Vorhaben der Stadt, für den geplanten Neubau des sogenannten Bratsch-Hauses stadteigene Fläche abzutreten. „Der Markt darf nicht seinen Platzcharakter verlieren und deshalb nicht verkleinert, zugebaut oder verengt werden“, fordert die Gruppe „Wir sind Gehrden“.

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Friedlicher Protest: Rund 200 Gehrdener Bürger protestieren vor dem Rathaus gegen eine Verkleinerung des Marktplatzes.

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Und die gut 200 Aktivisten gaben sich am Montagabend kämpferisch und entschlossen.  „Wir sind Gehrden“ und „Der Marktplatz ist kein Bauland“ skandierten sie lautstark vor den Augen von Bürgermeister Cord Mittendorf und dem Ersten Stadtrat André Frederik Erpenbach. In seiner Rede, die immer wieder durch Beifall unterbrochen wurde, betonte Sprecher Wolfgang Liese, dass viele Gehrdener mit der Gestaltung des Marktplatzes nicht einverstanden seien. Sie wünschen sich eine Neugestaltung der Ortsmitte mit Margarethenkirche, Kirchhof und Marktplatz ohne einen größeren Gebäudekomplex. 

Liese forderte eine Ortsmitte mit großem Platz als echtem Mittelpunkt. „Wir wünschen uns ein Zentrum aus Kirche, Rathaus und Marktplatz“, sagte Liese. Zudem bekräftigte er, dass die Initiative das Eigentum anderer unausweichlich respektiere. „Wir erwarten aber auch, dass unsere Rechte als Bürger respektiert werden“, so Liese. Der Marktplatz dürfe kein Bauland werden. 

Er ist nicht allein mit ihrer Ansicht. Der Beweis: 2817 Bürger haben sich für eine Neugestaltung des zentralen Platzes ohne den geplanten Gebäudekomplex ausgesprochen und sich auf einer Unterschriftenliste eingetragen. Nach der Demonstration wurde zudem ein offener Brief an Mittendorf übergeben. 

Der Bürgermeister zeigte sich durchaus beeindruckt von dem Protest. „Wir gehen mit Fingerspitzengefühl vor“, versprach er. Und er sei sicher, dass ein Kompromiss gefunden werde, der alle zufrieden stelle. Nicht alle Versammlungsteilnehmer waren davon überzeugt.

Die Debatte um das künftige Aussehen des Marktplatzes ist längst ein Politikum. Nahezu alle Ratsfraktionen haben sich zu Wort gemeldet; die Mehrzahl der Entscheidungsträger zeigt Verständnis für die Belange der Bürgerinitiative. Auch sie wollen nicht, dass der angestrebte Neubau größer ausfällt als das derzeitige baufällige Gebäude und hoffen auf eine einvernehmliche Lösung. 

Wie schwer das jedoch ist, hat die Vergangenheit gezeigt. Um die Neubaupläne auf dem Marktplatz wird seit Jahren gerangelt. In erster Linie, weil sich die Eigentümerin und die Margarethengemeinde als unmittelbarer Nachbar bislang auf keinen Entwurf einigen konnten. Auch die Vermittlerrolle von Bürgermeister Mittendorf brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Übrigens: Liese hatte betont, dass die Gruppe gemeinsam mit dem Politikern eine Lösung finden wolle. Und die Lichterkette sollte sie auf dem Weg ins Rathaus nachhaltig davon überzeugen, einer Verkleinerung des Marktplatzes nicht zuzustimmen. Allerdings: Das Gros der Ratsmitglieder nutzte den Hintereingang, um zur Ratssitzung in den Bürgersaal zu kommen.

Von Dirk Wirausky

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