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Bürgerinitiative will Getto vermeiden

Barsinghausen Bürgerinitiative will Getto vermeiden

Die neue Bürgerinitiative Gemeinsam in Barsinghausen hält die von der Region Hannover geplante Flüchtlingsunterkunft an der Einsteinstraße in Kirchdorf für zu groß. Die Initiative hat eine auf das Bau- und Planungsrecht spezialisierte Kanzlei beauftragt, für ihre Interessen einzutreten.

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Die Flüchtlingsunterkunft in Kirchdorf soll ebenfalls zweistöckig werden und in Modulbauweise gebaut werden.

Quelle: Rainer Surrey

Kirchdorf. „Wir wollen Einsicht in die Planungen erhalten und nach der Prüfung der Unterlagen abwägen, welche Schritte wir unternehmen“, sagte am Freitag Damian Wacławski, einer der Sprecher der Initiative. Der gehören neben unmittelbaren Anliegern auch Bewohner naher Straßen an.

In Kirchdorf sollen in 164 Einheiten 328 Menschen untergebracht werden. Voraussichtlich im September ist die in Modulbauweise erstellte zweistöckige Unterkunft bezugsfertig. Zwar müssen die Kommunen in Niedersachsen wegen der stark rückläufigen Flüchtlingszahlen in den nächsten Wochen deutlich weniger Asylsuchende aufnehmen. Doch das bedeutet zunächst einmal nur eine Entspannung der Lage. Auch in Barsinghausen geht die Suche nach weiteren Standorten weiter.

Die Initiative fordert nun, dass es nicht zu einer Getto-Bildung kommt. Für Kirchdorf befürchtet sie das. Im unmittelbar angrenzenden Neubaugebiet Am Buchenkampe leben 60 Personen. Die Unterkunft würde in der vorgesehenen Größe eine unzumutbare Belastung für die Anwohner, aber auch für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft darstellen, urteilte Wacławski.

„Wir sprechen uns für eine dezentrale Unterbringung in kleinen, gebietsverträglichen und eine Integration ermöglichenden Einheiten aus“, betonte er. Um die Lebensqualität der Bewohner zu gewährleisten, sei nicht nur eine Reduzierung der Flüchtlingsanzahl notwendig. Die Anlage müsse zudem eine lockere Struktur sowie ausreichende Sozial- und Gemeinschaftsflächen, zum Beispiel für Sprachkurse und andere integrative Tätigkeiten, aufweisen.

Gemeinsam in Barsinghausen tritt nach eigenem Bekunden dafür ein, dass der Stadtteil Kirchdorf für naturnahes, familienorientiertes Wohnen erhalten und behutsam entwickelt wird. Ziel sei es, Politik und Verwaltung bei der Findung integrationspolitisch sinnvoller und nachhaltiger sowie für die Nachbarschaft verträglicher Maßnahmen zur Flüchtlingsunterbringung zu unterstützen.

Schnelle Hilfe aufgrund der akuten Notlage sei selbstverständlich. Die mittelfristige Nutzung der Flüchtlingsunterkunft müsse jedoch die nachbarschaftlichen Belange berücksichtigen. „Wir verlangen eine klare Perspektive mit einer zeitlichen Befristung der Grundstücksnutzung als Flüchtlingsunterkunft. Außerdem fordern wir einen verbindlichen Plan zur Nachnutzung, der unter Einbeziehung der Bürger entwickelt wird“, schreibt die Initiative.

Die Flüchtlinge müssen in einen intakten Stadtteil für naturnahes und familienorientiertes Wohnen integriert werden. Um dies zu gewährleisten, will die Bürgerinitiative sicherstellen, dass Hilfsbereitschaft gefördert und langfristig erhalten bleibt. Dazu müssen Politik und Verwaltung im Dialog mit den Bürgern ein Integrationskonzept für die Flüchtlinge entwickeln.

Von Jörg Rocktäschel

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