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Kulturzentrum: Dämpfer für Zukunftspläne

Barsinghausen Kulturzentrum: Dämpfer für Zukunftspläne

Die Hoffnungen auf eine Zukunft des bisherigen Muuh-Theaters als Zentrum für Kultur und Flüchtlingsarbeit haben einen Dämpfer erhalten. Die Resonanz auf eine erste Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft für Kultur und Integration zu ihren Plänen am Dienstagabend war verhalten.

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Bei der Diskussion über eine mögliche Nachnutzung des Muuh-Theaters am Dienstagabend bleiben viele Stühle im Veranstaltungssaal leer.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Rund 50 Gäste waren ins Muuh-Theater gekommen, am Ende des Abends bekundeten aber nur sechs von ihnen mit ihrer Unterschrift auf einer Liste ihr Interesse an weiterer Mitarbeit an dem Projekt. "Ein paar mehr hätte ich mir schon gewünscht", sagte Heribert Giegerich, der gemeinsam mit Friedegund Howind und Ingo Meier die Interessengemeinschaft ins Leben gerufen hat.

Das engagierte Trio will aber noch längst nicht aufgeben. Giegerich kündigte an, dass es in den nächsten Wochen eine weitere Veranstaltung geben werde. Dann soll ein Förderverein für Kultur und Integration gegründet werden - unabhängig davon, ob es gelingt, das Veranstaltungszentrum zu erhalten oder nicht.

Das Muuh-Theater unter der Regie von Rainer Ballin wird seine Tore zum Jahresende endgültig schließen. Giegerich, Howind und Meier machten am Dienstagabend deutlich, wie schade es aus ihrer Sicht wäre, wenn es keine Anschlussnutzung für das Veranstaltungszentrum mit Theatersaal, Bistrobereich, Nebenräumen und Club-Diskothek im Keller gäbe. Die Vision des Trios: Eine gemeinnützige Betriebsgesellschaft und ein ebenfalls gemeinnütziger Förderverein sollen die Verantwortung für das Veranstaltungszentrum übernehmen. Der Gebäudekomplex könnte weiterhin Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen sein, zugleich aber auch ein zentraler Ort für die Flüchtlingsarnbeit in der Stadt werden. "Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Sache anzuschieben", betonte Giegerich. "Aber wir brauchen Fachkräfte und das Engagement vieler Menschen, anders ist das nicht zu schaffen."

An eben diesem Engagement fehlt es aber offensichtlich noch. Am Dienstagabend standen statt dessen kritische Fragen im Mittelpunkt: Warum die Stadt sich nicht engagiere, wollten Besucher wissen, und warum es noch keine detaillierteren Fakten über die Betriebs- und sonstigen Kosten für die geplante Einrichtung gebe.

"Es ist sehr schwierig, an Zahlen zu kommen", sagte Giegerich und verwies auf die schwierigen Besitzstrukturen. Das Muuh-Theater steht auf einem Erbpachtgrundstück der Klosterkammer, das Gebäude gehört dem umstrittenen Mitarbeiterverein der Jubif gGmbH. Lediglich ein grobes Zahlengerüst ist vorhanden: Das Gebäude wäre wohl für etwa 250.000 Euro zu kaufen. Hinzu käme eine Abstandszahlung für die Haustechnik an den jetzigen Betreiber Rainer Ballin. "Wir haben hier vor drei Jahren 150.000 Euro investiert", sagte Ballin. "Ich würde jetzt schon gerne 50.000 bis 60.000 Euro dafür haben." Ballin erläuterte, dass er in Absprache mit den Eigentümern längstens bis April warten werde, ob sich das Nutzungskonzept der Interessengemeinschaft realisieren lasse. "Danach würde ich die Technik ausbauen und verwerten."

Erster Stadtrat Georg Robra würdigte den Einsatz der Initiative. "Ihre Ziele sind durchweg unterstützenswert", lobte der stellvertretende Verwaltungschef. Er machte aber unmissverständlich deutlich, dass er kaum Chancen sieht, dass die Stadt das Projekt finanziell unterstützen könnte. Robra verwies auf die Geschichte des Gebäudes und darauf, dass bereits mehrfach Steuergelder in den Komplex geflossen seien. "Das ist Teil der Bewertung des Projekts durch die Stadt." Zudem habe sich die Politik für die Förderung eines anderen Projekts entschieden - des geplanten Kulturzentrums in der ehemaligen Krawattenfabrik an der Egestorfer Straße. "Die finanziellen Mittel der Stadt sind begrenzt", sagte Robra.

Heribert Giegerich richtete zum Abschluss einen beschwörenden Appell an die Gäste des Abends, aber auch alle anderen Bürger der Stadt: "Wir können das Projekt nur als Solidargemeinschaft in Barsinghausen schaffen", sagte er. Auch Ingo Arlt, Moderator des Abends, rief dazu auf, "die Hoffnung noch nicht fahren zu lassen".

Von Andreas Kannegießer

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