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Barsinghausen

Defekte Heizung führte zu Explosion

Von Tobias Morchner

Die Explosion eines Einfamilienhauses in Barsinghausen am Dienstagabend ist möglicherweise durch eine defekte Gasheizungsanlage verursacht worden.
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Barsinghausen. Das haben erste Ermittlungen der Polizei ergeben. Die Beamten werden nun bei ihren weiteren Untersuchungen von einem Sachverständigen unterstützt. Es wird noch einige Tage in Anspruch nehmen, bis sie den Vorfall, bei dem ein Schaden von 200 000 Euro entstanden ist, restlos aufklären können. Momentan deuten offenbar alle Spuren auf ein Unglück hin. Bislang hat die Kripo keine Beweise, die darauf schließen ließen, dass die Explosion vorsätzlich herbeigeführt worden sein könnte.

Das Haus in der Berliner Straße zog am Tag nach dem massiven Feuerwehreinsatz zahlreiche Schaulustige an. Viele von ihnen waren zu der Ruine gekommen, um sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen. Denn die Druckwelle der Explosion war so gewaltig, dass Teile des Tores der Hausgarage auf den gegenüberliegenden Gehweg und auf das Dach des dahinter stehenden Wohnhauses geschleudert wurden. Die gesamte Wohnzimmerwand im ersten Obergeschoss des betroffenen Hauses war herausgesprengt worden.

Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Tiefgarage und ein darin abgestellter Lada vollständig in Flammen. Die Feuerwehr hatte große Mühe, gegen die Flammen vorzugehen. Fünf Stunden lang bekämpften die Einsatzkräfte das Feuer aus sechs verschiedenen Rohren. Rund 100 000 Liter Löschwasser wurden dabei verbraucht. Erst gegen 23.15 Uhr konnte Ortsbrandmeister Holger Afemann endlich die erlösende Meldung per Funk absetzten: „Feuer aus.“

Die Bewohner des Einfamilienhauses kamen durch den Brand glücklicherweise nicht zu Schaden. Sie hatten das Gebäude rechtzeitig verlassen und sich in Sicherheit gebracht. Gegen 18 Uhr hatte sich die 44-jährige Hausbesitzerin im Keller aufgehalten. Wie sie in einer ersten polizeilichen Befragung angab, will sie plötzlich einen seltsamen Geruch wahrgenommen haben, der sich im gesamten Untergeschoss ausbreitete. Dann will sie einen lauten Knall im Bereich der Heizung gehört haben. Wenig später schlugen ihr bereits meterhohe Flammen entgegen. Die Frau rannte nach oben, rief nach ihrem 66-jährigen Ehemann und ihrem neun Jahre alten Sohn sowie nach ihrer 68 Jahre alten Mutter, die zufällig zu Gast bei der Familie war. Gemeinsam verließen alle vier dann schnellstmöglich ihr brennendes Haus.

Heizungsbauer Torsten Vogel, der einen Betrieb in Vahrenwald führt, hält es durchaus für möglich, dass ein Defekt an der Heizungsanlage zu der verheerenden Explosion geführt hat. „Es kann gut sein, dass eine Undichtigkeit, etwa an einer Leitung, nicht erkannt worden ist“, sagt der Experte. So könne das Gas ausgeströmt und in den Zündfunken geraten sein, sagt der Experte. Dann könne, erklärt Vogel weiter, aus einer Verpuffung schnell eine heftige Explosion werden. Der Heizungsbauer führt einen solchen Defekt auf mangelnde Wartung zurück. „Einmal pro Jahr sollten Gasheizungen durch Fachleute inspiziert werden.“

Für die Familie aus Barsinghausen kommt dieser Ratschlag zu spät. Ihr Haus ist nicht mehr bewohnbar – es gilt als einsturzgefährdet. Die Eltern und der Neunjährige sind vorübergehend bei Verwandten untergekommen. Am Mittwochnachmittag kehrten sie kurz in die Berliner Straße zurück, um wenigstens ein Teil ihres Hab und Guts aus den Trümmern zu retten. Es waren nicht viele Gegenstände, die der 66-Jährige und seine Frau in ihr Auto laden konnten.

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Der Thie ist der zentrale Platz in Barsinghausen. (Foto: Hönemann)
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