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Delta-Stahl wünscht sich mehr Flexibilität

Barsinghausen Delta-Stahl wünscht sich mehr Flexibilität

Das Barsinghäuser Stahlhandels- und Verarbeitungsunternehmen Delta-Stahl hat immer wieder logistische Probleme wegen des hohen Gewichts seiner Lastzüge. Häufig sind die Fahrzeuge wenige Tonnen schwerer als die normalerweise zulässige Höchstgrenze von 40 Tonnen.

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Auf der Längsteilanlage der Firma Delta-Stahl kann Stahlblech auf Bruchteile von Millimetern genau zugeschnitten werden.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Es gebe „massive Probleme“, die notwendigen Sondergenehmigungen für Schwerlasttransporte zu erhalten, sagte Delta-Stahl-Geschäftsführer Ralf Henkelmann am Dienstag bei einem Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries in dem Betrieb am Reihekamp. Die Verantwortlichen von Delta-Stahl wünschen sich mehr Flexibilität und Ermessensspielraum bei der Erteilung von Sondergenehmigungen. Ansonsten müssten für den Transport unnötigerweise zwei Lastzüge eingesetzt werden, erläuterte Henkelmann. „Das ist auch ein Umweltproblem.“

Eine weitere bürokratische Hürde sieht der Stahlmanager darin, dass Delta-Stahl keine Hinweisschilder auf die richtige Zufahrt an den Kreuzungen in der Umgebung anbringen dürfe. Fahrer von Speditionen hätten mitunter Probleme, das Unternehmen zu finden, weil die Zufahrt im Gewerbegebiet Reihekamp in Navigationsgeräten nicht zu finden sei. Die Folge der fehlenden Beschilderung: Schwere Lastzüge irren auf der Suche nach dem Standort mitunter durch die Stadt und sogar durch Wohngebiete.

Ansonsten zeichnete Henkelmann ein positives Bild von der Entwicklung des Unternehmens, das zur familiengeführten Knauf Interfer-Gruppe gehört. Delta-Stahl, eines von fünf sogenannten Stahl Service-Centern in der Gruppe, beschäftigt in Barsinghausen derzeit rund 150 Mitarbeiter und schlägt etwa 250 000 Tonnen Stahlprodukte im Jahr um. Den Jahresumsatz beziffert Henkelmann auf rund 165 Millionen Euro. Delta-Stahl hat oberflächenveredeltes Stahlblech in den verschiedensten Varianten im Angebot und schneidet die Bleche auf den eigenen Verarbeitungsanlagen exakt für die Bedürfnisse seiner Kunden zu. „Dabei sind Toleranzen von 0,2 Millimeter möglich“, erläuterte Betriebsratsvorsitzender Bastian Reinhardt. Seine Rohware bezieht Delta-Stahl meist in Form sogenannter Coils – tonnenschwerer Rollen, auf denen Hunderte von Metern Stahlblech aufgewickelt sind. An die Kunden geliefert wird der Stahl auch in zugeschnittenen Tafeln, die bis zu acht Meter lang und zwei Meter breit sein können. Abnehmer der sogenannten Stahl-Halbzeugprodukte aus Barsinghausen sind zumeist Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, aus der Bauindustrie, aber auch Elektronikfirmen und Hausgerätehersteller. Die Weiterverarbeitung am Deister läuft bei Delta-Stahl im Dreischichtbetrieb: Von Sonntag, 22 Uhr, bis Sonnabend, 14 Uhr, sind die Längs- und Querteilanlagen und das Schneidzentrum nahezu ohne Pause in Betrieb.

Nach Henkelmanns Worten will Delta-Stahl seine Wachstumsstrategie am Standort Barsinghausen fortsetzen. Das Unternehmen erwäge mittelfristig den Bau einer dritten Halle, erläuterte der Geschäftsführer. Zur Philosophie der Knauf Interfer-Gruppe gehöre eine solide Finanzierung bei Investitionen. Grundstücke, Gebäude und Produktionsanlagen befänden sich im Eigentum des Unternehmens. „Alles, was wir nutzen, gehört uns auch“, betonte Henkelmann.

Die Bundeswirtschaftsministerin zeigte sich erstaunt darüber, dass Delta-Stahl seine Rohware fast ausschließlich aus Stahlwerken in China oder auch Indien und Vietnam bezieht – trotz der Antidumpingzölle, mit denen etwa Stahl aus China belegt ist. Wie Henkelmann und Reinhardt den Gästen erläuterten, sind europäische Stahlwerke wie etwa das in Salzgitter vor allem auf hochwertige Stahlprodukte spezialisiert. „Da sind die Margen höher“, erläuterte Reinhardt. Stahl in Standardqualität sei dagegen bei europäischen Herstellern schwer zu bekommen.

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Von Andreas Kannegießer

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