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Ein Fußballfest - mit dem erwarteten Sieger

Barsinghausen Ein Fußballfest - mit dem erwarteten Sieger

Der 1. FC Egestorf/Langreder verliert im DFB-Pokal klar mit 0:6 gegen die Bundesligaprofis von 1899 Hoffenheim. Doch an der guten Stimmung im August-Wenzel-Stadion ändert das nichts. Und neben einer Menge toller Erinnerung blieben dem Club immerhin auch noch etwa 67.000 Euro.

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Rund um das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Egestorf/Langreder und 1899 Hoffenheim herrscht beste Stimmung

Quelle: Stefan Zwing

Barsinghausen. Eine Viertelstunde vor Spielbeginn kam das erste Mal richtig Stimmung im ausverkauften August-Wenzel-Stadion auf. Zu den Klängen des Vereinsliedes schwenkten die 2500 Zuschauer die schwarzen, weißen oder roten Fahnen, die sie auf ihren Plätzen vorgefunden hatten. Die Choreografie bildete den Auftakt eines echten Fußball-Festtages in Barsinghausen - den auch der erwartete klare Sieg der Bundesligaprofis von 1899 Hoffenheim gegen die tapferen Regionalliga-Kicker des 1. FC Germania Egestorf/Langreder nicht verderben konnte.

Dicht an dicht gedrängt standen die Zuschauer auf der Tribüne. Und auch wenn der Favorit die Partie mit zwei schnellen Toren bereits nach 20 Minuten praktisch entschieden hatte, spendeten sie den Gastgebern für gelungene Aktionen immer wieder Szenenapplaus. Auch die etwa 350 mitgereisten Fans des Erstligisten, die sich unter anderem mit vier Bussen auf die 500 Kilometer lange Anreise gemacht hatten, beteiligten sich an der tollen Stimmung. Lediglich einmal fiel der kleine Haufen, der durch einen Zaun vom Rest des Publikums getrennt an der Seite der Tribüne stand, mit dem Entzünden von Pyrotechnik etwas aus der Rolle.

Auch rund um das Stadion herrschte schon vor dem Anpfiff eine entspannte Stimmung. Während Andreas Nikolai, der 2. Vizepräsident des Regionalligaaufsteigers, die ersten Hoffenheimer Fans in Empfang nahm und die Ordner mit Instruktionen versorgte, gab Klubchef Torsten Seebeck dem Bezahlsender Sky das erste Fernsehinterview. Und auf der Tribüne konnte er etwas später mit dem Wolfsburger Bundesligatrainer Dieter Hecking, 96-Kultfigur Dieter Schatzschneider und Regionspräsident Hauke Jagau den einen oder anderen bekannten Gast begrüßen.

Während die sich auf drei der insgesamt 500 Sitzplätze niederließen, verfolgte der Großteil der Zuschauer die Partie im Stehen. Und dabei zeigten einige Fans ihren großen Einfallsreichtum: Mitte der 1. Halbzeit wurde im Egestorfer Fanblock ein Transparent mit der Aufschrift "Willkommen in der Lüneburger Heide" hochgehalten. Es war eine kleine Anspielung auf die erste Reaktion des Bundesligisten nach der Auslosung, der Egestorf auf seiner Homepage statt an den Deister eben in die Heide verlegt hatte. Ein bisschen Spaß musste eben auch sein.

Spaß dürfte den Verantwortlichen des Viertligisten auch die Abrechnung des Festtags machen. Auch wenn dabei am Ende wohl nur etwa 67.000 Euro für den Club übrig bleiben werden. Zwar bekommt Germania für den Einzug in die 1. Runde des DFB-Pokals 139.000 Euro als Prämie überwiesen. Doch davon geht einiges ab. 42.000 muss der Verein laut Nikolai an den Niedersächsischen Fußballverband überweisen, der den Anteil an die Halbfinalisten des Landespokals weiterreicht. 30.000 Euro zahlt der Verein an die Stadt Barsinghausen zurück, die sich mit dieser Summe am Stadionausbau in Egestorf beteiligt hatte - und sie nach dem Einzug in den DFB-Pokal wie vereinbart zurückbekommt.

Mit Einnahmen aus dem Ticketverkauf werden die Egestorfer wohl eher nicht rechnen können. Denn die etwa 35.000 Euro, die für die 2500 Karten in die Kasse kommen, werden zu großen Teilen von Fixkosten aufgefressen: 6000 Euro erhält das Schiedsrichtergespann, 7000 Euro die Hoffenheimer als Erstattung ihrer Fahrtkosten. Dazu kommt noch die Platzmiete - und den Rest muss sich die Germania dann auch noch mit den Gästen aus dem Kraichgau teilen.

Doch was bleibt ist etwas anderes: Ein unvergessliches Erlebnis. Für den Club und für viele Fußballfans in Barsinghausen, die den tapferen Außenseiter nach dem Abpfiff mit herzlichem Applaus in die Kabine verabschiedeten.

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