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Tipps zum richtigen Umgang mit Trauernden

Barsinghausen Tipps zum richtigen Umgang mit Trauernden

Trauernde, die einen Angehörigen verloren haben, befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. Um zurecht zu kommen, benötigen sie Zeit und Verständnis. Nicht gut: Phrasen wie "Die Zeit heilt alle Wunden". Weitere Tipps gibt es bei einem Fachvortrag des Ambulanten Hospizdienstes. 

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Koordinatorin Maria Bernarding vom Ambulanten Hospizdienst wirbt für den Vortrag zur hilfreichen Begegnung mit trauernden Menschen.

Quelle: Frank Hermann

Barsinghausen. Nach Angaben von Hospizdienst-Koordinatorin Maria Bernarding tragen viele sogenannte gute Ratschläge aus dem Familien- und Freundeskreis dazu bei, die Trauernden in ihrer Verlustbewältigung zusätzlich zu belasten. "Nach einiger Zeit lässt das Verständnis aus dem Umfeld nach. Freunde und Angehörige halten die Trauer nicht aus und reißen mit ihrem Verhalten die Wunden in der Seele manchmal wieder neu auf", erläutert Bernarding.

Aus eigener Erfahrung bestätigt der 73-jährige Joachim aus Egestorf diese Beobachtung. "Ich brauche ganz einfach Zeit, um mit dem Tod meiner Frau klarzukommen. Wohlgemeinte Ratschläge setzen mich unter Druck, und das will ich nicht. Aber ich will auch meinen Freundeskreis nicht verlieren", sagt der Egestorfer.

Auch die 38-jährige Sina aus Egestorf hat nach dem Tod ihres Lebensgefährten "einen langen Weg gebraucht, um zu sehen, was für meine Kinder und für mich gut ist", betont die junge Frau. Bemerkungen wie "Das Leben geht doch weiter" oder "Die Zeit heilt alle Wunden" seien nicht hilfreich – im Gegenteil.

"Wenn mir andere Menschen sagen wollen, wie ich mich in meiner Trauer zu verhalten habe, dann ist das Gift und macht ein schlechtes Gewissen", sagt die Egestorferin.

Maria Bernarding sieht im Unverständnis und im Nicht-Wissen des Umfeldes die Ursachen für solche emotionalen Nackenschläge. Darum bietet der Hospizdienst eine Vortrag von Trauerbegleiter Uwe Sanneck zur hilfreichen Begegnung mit trauernden Menschen an: "Herzliches Beileid – und was kommt dann?" heißt der Vortrag am Mittwoch, 14. September, ab 19 Uhr in der Petrusgemeinde. Der Eintritt ist frei.

Von Frank Hermann

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