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Der Blick ist stets nach vorn gerichtet

Eckerde Der Blick ist stets nach vorn gerichtet

An den Tag ihrer Hochzeit am 9. Juni 1956 erinnern sich Karin und Anno von Heimburg noch genau: In sehr kleinem Rahmen sei gefeiert worden, und die Familie habe eine Kutsche zur Fahrt in die Kirche nach Großgoltern organisiert, berichtet das Ehepaar. „Es regnete den ganzen Tag, und der Kutscher ist klitschnass geworden“, sagt Karin von Heimburg.

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Karin und Anno von Heimburg feiern am 9. Juni ihre diamantene Hochzeit.

Quelle: Andreas Kannegießer

Eckerde. Inzwischen sind 60 Jahre vergangen, und am Donnerstag feiern die von Heimburgs ihre diamantene Hochzeit. Auf dem Eckerder Rittergut der Familie gibt es dazu einen Empfang für die örtlichen Vereine. „Wer kommen möchte, ist willkommen“, sagt Karin von Heimburg. Am Sonnabend steht dann die Feier im Familienkreis an: Dazu kommen die vier Kinder und acht Enkelkinder der von Heimburgs und die sieben Geschwister von Karin von Heimburg in Eckerde zusammen.

Anno und Karin von Heimburg haben sich Anfang 1955 bei einem landwirtschaftlichen Seminar in Loccum kennengelernt. „Es hat gleich gefunkt“, berichten beide verschmitzt. Karin von Heimburg, deren Familie aus Sachsen stammt, besuchte zu dieser Zeit die Landfrauenschule, während Anno von Heimburg gerade den zuvor jahrelang verpachteten Gutsbetrieb seiner Familie übernommen hatte. Während der ersten Ehejahre waren die Rahmenbedingungen nicht einfach: Im Gutshaus waren immer noch etliche Flüchtlingsfamilien untergebracht, und die von Heimburgs lebten auch mit den eigenen Kindern – zwischen 1958 und 1962 geboren – noch lange auf engstem Raum. „Die Kinder mussten sich zunächst ein Zimmer teilen“, berichtet Karin von Heimburg. Ein Plan regelte damals, welche Familie an welchem Tag das einzige Bad im Haus nutzen durfte.

„Wir hatten Glück“, sagt die 82-jährige Karin von Heimburg im Rückblick. „Wir haben alles überstanden, sind gesund geblieben, und es ging immer vorwärts.“ Das Rezept für ein erfülltes Leben: „Wir haben immer Aufgaben übernommen“, sagt das Ehepaar. Der heute 89-jährige Anno von Heimburg hat sich ehrenamtlich im Vorstand und Aufsichtsrat der Zuckerfabrik Weetzen und später bei Nordzucker engagiert, ebenso im Aufsichtsrat der Volksbank. Als Ratsherr für die CDU hat er jahrzehntelang in den Gemeinderäten von Eckerde und Goltern und später im Rat der Stadt Barsinghausen mitgearbeitet. Hinzu kamen Aufgaben als Elternratsvorsitzender am Gymnasium und als ehrenamtlicher Arbeitsrichter. Karin von Heimburg übernahm 1981 das Amt der Vizepräsidentin im DRK-Landesverband – „nachdem die Kinder aus dem Haus waren“, wie sie betont. 33 Jahre lang, bis zu ihrem 80. Lebensjahr, hatte sie das Amt inne. Schwerpunkte setzte sie in den Bereichen Pflege und schon damals bei der Flüchtlingsarbeit. Karin von Heimburg war unermüdlich unterwegs: „Ich habe Niedersachsen sehr gut kennengelernt und viele tolle Menschen, die sich für andere einsetzen“, sagt sie.

In ihrem Park haben die von Heimburgs vor acht Jahren die beliebte sommerliche Veranstaltungsreihe „Oper auf dem Lande“ etabliert, deren Vorstellungen stets ausverkauft sind. Anno und Karin von Heimburg widmen sich nach wie vor mit Hingabe der Pflege des sechs Hektar großen Parks. „Mein Mann mäht wie ein Weltmeister“, lacht die 82-Jährige. Anno von Heimburg pflegt überdies weiterhin ein seit Jahren lieb gewonnenes Hobby: Er wandert in Etappen mit dem Rucksack auf dem Rücken quer durch Deutschland. Im Frühjahr war er eine Woche in der Oberpfalz unterwegs, die nächste Etappe ist für den Herbst fest eingeplant. „Es macht nach wie vor Spaß“, sagt der 89-Jährige.

Von Andreas Kannegießer

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