Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Die Getreideernte beginnt durchschnittlich

Landringhausen/Bantorf Die Getreideernte beginnt durchschnittlich

Die Getreideernte hat begonnen: Auf den Feldern rund um Barsinghausen mähen die Landwirte seit einigen Tagen die reife Gerste und sind mit der Qualität und den Erträgen insgesamt zufrieden. Die niedrigen Getreidepreise drücken dagegen die Stimmung.

Voriger Artikel
Mutmaßlicher Einbrecher sitzt in Untersuchungshaft
Nächster Artikel
Neue Benjeshecke ist Lebensraum und Barriere

Landwirt Christoph Voges und sein Vater Friedrich Voges entladen die geerntete Gerste vom Mähdrescher auf einen Wagen.

Quelle: Carsten Fricke

Landringhausen/Bantorf. "Die Erträge sind bisher durchschnittlich", sagt Christoph Voges, während er und sein Vater Friedrich Voges die kurz zuvor auf ihrem Feld bei Bantorf gedroschene Gerste von ihrem Mähdrescher auf einen von zwei Anhängern entladen. Mit 14,1 Prozent sei das Getreide, das sie an die Agravis Raiffeisen AG am Mittellandkanal in Kolenfeld verkaufen, sogar sehr trocken. "Die Abreife ging durch die zuletzt trockenen Tage recht schnell", sagt Voges.

Das sieht Jan von Perbandt-Warneke ähnlich. "Das Korn ist eigentlich trocken, aber es sind noch ziemlich viele unterständige Ähren dabei - und damit auch immer wieder ein paar grüne Körner", sagt der 27-jährige Landwirt aus Landringhausen. Der Feuchtigkeitsgehalt betrage auf seinen Flächen bisher rund 16 Prozent, einen Prozentpunkt über dem angestrebten Wert. "Aber wir lagern das Getreide selbst ein und verfüttern es an die Schweine", erzählt der Betriebswirt der Agrarwirtschaft, der gemeinsam mit zwei weiteren Landwirten in der LA Agrarpartner GbR zusammenarbeitet. Daher ist der ermittelte Feuchtigkeitswert für ihn ausreichend.

Auf seiner knapp 40 Hektar großen Anbaufläche erwartet von Perbandt-Warneke einen Gesamtertrag von 350 bis 400 Tonnen des Getreides und damit ein durchschnittliches Resultat. Für die Ernte braucht er wie die anderen Landwirte vor allem eins: trockenes Wetter. "Wenn die Gerste reif ist, muss sie gemäht werden, sonst kann es schnell zum Lagern kommen", sagt der Junglandwirt. Dieses Lagern, also das großflächige Umknicken des Getreides, führe zu einer erschwerten Ernte und verminderter Qualität. "Schwierig sind immer Gewitterschauer mit starken Niederschlägen und böigem Wind", sagt von Perbandt-Warneke. "Aber solange man alle paar Tage trockenes Wetter hat und ernten kann, ist das kein Problem", betont er.

Grundsätzlich sind die Landwirte bei der Ernte der meist als Tierfutter genutzen Gerste gelassener als beim Weizen, der einige Wochen später reif ist. Der Grund ist simpel, denn die Anbaufläche und damit auch der Ertrag ist beim Weizen ungleich höher. "Wenn wir so ein Wetter wie jetzt bei der Weizenernte hätten, wären wir deutlich unruhiger", sagt der 27-Jährige. "Eigentlich kann man eine Weizenernte in zwei Wochen über die Bühne bringen, aber durch Wetterwechsel kann sie sich über Wochen hinziehen", erläutert er.

Unabhängig vom Wetter sei die Stimmung der Landwirte aber insgesamt gedrückt, berichtet der Landringhäuser. "Die Getreidepreise liegen aktuell unter den Produktionskosten", betont er. Weltweit gebe es die dritte oder vierte Rekordernte in Folge. "Wir bewegen uns ja auch auf dem Weltmarkt, und die Lager sind voll", erläutert er. Auch andere Faktoren wie Währungsschwankungen beeinflussten die Preise und erschwerten den Landwirten das Wirtschaften.

Nach einer eigenen Rekordernte im Vorjahr bei Gerste und Weizen rechnet von Perbandt-Warneke in diesem Jahr nach den bisherigen Erträgen der Gerste auch beim Weizen mit durchschnittlichen Erträgen. "Wir in unserer Region und auf unseren Böden dürfen uns dabei aber als letzte beschweren, weil wir eine der besten Ackerbauregionen sind", sagt er.

doc6qi6wj9lc2s1djv8p1qc

Fotostrecke Barsinghausen: Die Getreideernte beginnt durchschnittlich

Zur Bildergalerie

Von Carsten Fricke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6snqo7zf9t31iw3exj21
Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Fotostrecke Barsinghausen: Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de