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Betreuungspersonal ist schwer zu finden

Barsinghausen Betreuungspersonal ist schwer zu finden

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung muss personell aufrüsten für die Betreuung der immer größeren Zahl von Flüchtlingen. Fünf neue Stellen sind vom Rat genehmigt worden, drei für Sozialpädagogen und zwei für Verwaltungsmitarbeiter. Es wird allerdings immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden.

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Die ausgebildete Familienhebamme Karima Köhler arbeitet ab sofort in der Barsinghäuser Stadtverwaltung im Bereich Flüchtlingsbetreuung mit.

Quelle: Archiv

Barsinghausen. Eine der Betreuerstellen hat die Stadt sehr kurzfristig besetzen können: Am Mittwoch ist nach den Worten des Ersten Stadtrats Georg Robra der Arbeitsvertrag mit der bisherigen Familienhebamme Karima Köhler unterzeichnet worden. Sie wird bereits am Freitag ihren Dienst bei der Stadt aufnehmen.
Der Erste Stadtrat hält die Besetzung für ideal: Karima Köhler – die in Algerien geboren ist – sei vielsprachig und habe von ihrer Ausbildung her einen besonderen Zugang zu Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern. Auch mittelfristig sei eine Hebamme in der Betreuungsarbeit eine weitsichtige Wahl, sagt Robra. Viele Flüchtlinge zur Zeit seien alleinreisende Männer, die später wohl ihre Familien nachholen werden. "Und dann werden viele Kommunen nach ausgebildeten Hebammen suchen." Hebammen seien zudem in jedem Kulturkreis gut angesehen. Unter dem Berufsbild eines Sozialpädagogen könnten sich viele Zuwanderer dagegen wenig vorstellen.

Sozialpädagogen werden auf dem Arbeitsmarkt immer mehr zur Mangelware. "Das macht uns Probleme", sagt Robra. Der Markt sei begrenzt, und für Kommunen sei es ohnehin schwierig, im Wettlauf um qualifiziertes Personal zu bestehen. Weil die Stadt auch die beiden anderen Betreuerstellen zeitnah besetzen möchte, geht die Verwaltung kurzfristig einen anderen Weg: "Wir sprechen mit entsprechend qualifizierten Mitarbeitern in unserem Haus, ob sie bereit sind, bei der Flüchtlingsbetreuung zu helfen", sagt Robra. Die Konsequenz: Die von Sozialarbeitern oder Sozialpädagogen vorher erledigte Arbeit wird wohl einstweilen liegenbleiben. "Ja, wir müssen andere Dinge zurückstellen und uns den vordringlichen Problemen zuwenden", bestätigt Robra. Ziel sei es, die Flüchtlinge so schnell wie möglich in die Stadtgesellschaft zu integrieren.

Die bisher mit der Flüchtlingsbetreuung und der Leistungsabrechnung befassten Mitarbeiter der Verwaltung stoßen ohne schnelle Unterstützung an ihre Grenzen. Nicht nur bei den Betreuerinnen Andrea Dräger und Regina Kitsche hätten sich sehr viele Überstunden aufgebaut, sagt Robra, sondern auch im Sozialamt. "Wir stehen dort massiv unter Druck." Die individuelle Belastung sei extrem. Eine Umstellung der Aufgabenbereiche und die Aufteilung der Arbeit auf eine größere Zahl von Mitarbeitern soll die Situation kurzfristig verbessern.

Für die Kosten des Zusatzpersonals muss die Stadt Barsinghausen nicht alleine geradestehen. Die Region Hannover habe den Ansatz für die Flüchtlingsbetreuung bei den Kommunen kurzfristig verdoppelt, berichtet Robra. Auch wenn der Eigenanteil der Stadt noch nicht zu beziffern ist, hat der Erste Stadtrat viel Lob für die Unterstützung aus Hannover parat: „Die Region macht die Sache richtig gut“, sagt er.

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