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Stadt rechnet mit 20 Millionen Zusatzkosten

Barsinghausen Stadt rechnet mit 20 Millionen Zusatzkosten

Die Stadt Barsinghausen erwartet bis April 2016 rund 1000 Flüchtlinge, die der Kommune zusätzlich zugewiesen werden. Um Unterbringung und Betreuung der Zuwanderer zu finanzieren, rechnet die Verwaltung mit zusätzlichen Kosten von rund 20 Millionen Euro. Mehr als 20 Stellen müssen geschaffen werden.

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Der Druck auf die Verantwortlichen im Barsinghäuser Rathaus steigt: Im nächsten halben Jahr müssen in der Deisterstadt etwa 1000 zusätzliche Flüchtlinge untergebracht werden.

Quelle: Archiv

Barsinghausen. Die Situation gewinnt an Dramatik: Die Stadt muss in den nächsten Monaten unter Hochdruck insbesondere Unterkünfte für die Zuwanderer schaffen. "Mit dem bisherigen Modell der dezentralen Unterbringung wird das nicht mehr gehen", sagt der Erste Stadtrat Georg Robra. Statt dessen will die Stadt in verschiedenen Ortsteilen Unterkünfte in Beton-Modulbauweise errichten lassen. Außerdem sei der Bau von kleineren Schwedenhäusern und der Erwerb von Bestandsimmobilien geplant, sagt Robra. "Unser Ziel bleibt eine sinnvolle Mischung bei der Unterbringung."

Die Flüchtlingsproblematik in Barsinghausen und anderen Kommunen verschärft sich aktuell beinahe täglich, weil die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes überschritten ist. Jeden Monat kämen zurzeit etwa 10.000 Flüchtlinge nach Niedersachsen, sagt Robra. "Das Land hat die Kommunen um Amtshilfe gebeten."

Die Stadt Barsinghausen will möglichst schnell mit dem Bau der lange geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Hannoverschen Straße beginnen. Aus Kostengründen wird nach Robras Worten das Barsinghäuser Unternehmen Kluth mit seinen Modulhäusern aus Styropor dabei nicht zum Zuge kommen. Statt dessen soll ein Gebäude aus Betonfertigteilen errichtet werden - im ersten Schritt für etwa 50 Bewohner. Auf dem Areal sei Platz für ein zweites Modul in gleicher Größe, erläutert Robra. "Das ist aber keine dauerhafte Entscheidung gegen die Firma Kluth", betont der Erste Stadtrat.

Danach sollen offenbar in rascher Folge weitere sogenannte Schnellbauten im gesamten Stadtgebiet geschaffen werden. "Wir wissen noch nicht, wo genau", sagt Robra. "Die Art der Gebäude hängt von den individuellen Gegebenheiten ab."

Die Stadtverwaltung will die erwarteten Zusatzkosten für Flüchtlingsunterbringung und -betreuung in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro über einen dritten Nachtragshaushalt finanzieren. Die Details koordiniert eine Planungsgruppe, der der Verwaltungsvorstand sowie Vertreter verschiedener Fachdienste angehören. Die Stadt wird in den nächsten Monaten auch ihren Personalstamm erheblich vergrößern müssen. Für die bis April erwarteten 1000 Flüchtlinge benötigt die Kommune rechnerisch etwa zehn zusätzliche Verwaltungskräfte und zwölf bis 14 Sozialpädagogen oder andere qualifizierte Betreuer.

Bürgermeister Marc Lahmann und die Mitglieder der Planungsgruppe wollen am 23. Oktober die Bediensteten der Stadtverwaltung in einer Versammlung über die jüngste Entwicklung informieren. Geplant sind nach Mitteilung der Verwaltung außerdem Bürger- und Ortsteilversammlungen zur Information der Bürger.

Die Stadt betont, dass sie auch weiterhin an der Anmietung und dem Kauf von Wohnraum interessiert sei. Für den Kauf seien allerdings nur komplette Häuser, aber keine Eigentumswohnungen geeignet, teilt die Verwaltung mit.

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