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Die schweißtreibende Arbeit der Ehrenmüller

Barsinghausen Die schweißtreibende Arbeit der Ehrenmüller

100 Stunden Unterricht, verteilt auf das vergangene Jahr, haben die neuen Wichtringhäuser Ehrenmüller Fred Wegener und Ulrike Garben hinter sich. „Möhlenkieker“ nennen sie sich nun. Die Ausbildung war mitunter schweißtreibend.

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Die denkmalgeschützte Holländermühle in Wichringhausen.

Quelle: wegener

Wichtringhausen. Sie sind zwei von 50 Mitgliedern im Mühlenverein Windmühle Wichtringhausen. Garben macht hauptsächlich Führungen, ist sehr an der Historie des denkmalgeschützten Bauwerks interessiert. Wegener, gelernter Maschinenschlosser und zudem Qualitätsmanager, will zupacken. Denn solche Mitglieder braucht der Verein, dessen Vorsitzender Fritz Weber ist. Seine Familie hat die Holländermühle 1835 gepachtet, besitzt sie seit 1873.
„Das bisschen Technik, das kann so viel nicht sein“, hat Wegener gedacht, als er sich für den von Müllerei- und Mühlenbautechniker Rüdiger Hagen geleiteten Kurs angemeldet hat. Hagen kennt alle Mühlen in der Region und darüber hinaus. Er ist maßgeblich daran beteiligt, dass die „dicke Paula“, die Holländermühle in Steinhude, zum Schmuckstück geworden und funktionstüchtig geblieben ist.
Wegener hat schnell gemerkt, dass er mit seiner Einschätzung voll daneben lag – und das, obwohl er seit November 2014 dabei war, als die rund 60 Jahre alte Elektrotechnik erneuert wurde. „Das Berufsbild des Müllers ist sehr komplex“, weiß er nun. Sie haben gelernt, eine Mühle auf- und wieder abzurüsten. Sie können Wind und Wetterlagen bewerten, Segel reparieren – die Dudenser Mühle hat noch welche – und das Mahlwerk warten. Produktkunde gehörte ebenfalls zur Ausbildung, vom Getreide bis zum Mehl.
76 Stunden der Ausbildung waren Praxis, und dabei ging es mitunter schweißtreibend zu. Zum Beispiel beim Schärfen eines Mühlsteins. Der „Berufsnachwuchs“ lernte an den Mühlen in Steinhude, Dudensen und Wichtringhausen – den Orten, in denen es Mühlen und Vereine für deren Erhaltung gibt.
„Auch wenn wir in Wichtringhausen noch nicht mahlen, es gibt immer etwas zu tun“, sagt Wegener. So müsse sichergestellt sein, dass sich die Flügel selbstständig in den Wind drehen, damit die Kappe bei Sturm keinen Schaden nimmt. Die Zahnräder müssen regelmäßig geschmiert werden: „Jeder Flügel mit seinen Jalousien wiegt eine Tonne. Die Technik in der Kappe liegt zum Teil offen, ist Wind und Wetter ausgesetzt. Das Holz muss beobachtet werden. Es darf nicht gammeln.“ An der Mühle in Wichtringhausen fasziniert ihn, dass dort die Technik ständig dort nachgerüstet wurde. So stamme das vom Eisenwerk Wülfel hergestellte Getriebe aus der Harenberger Mühle. Der Keller dafür wurde von 1954 bis 1958 während des Betriebs der Mühle angelegt.
Der nächste, bei Familien beliebte Mühlentag ist am Pfingstmontag, 16. Mai. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Wer helfen möchte, Informationen gibt es im Internet unter windmuehle-wichtringhausen.de.

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Fred Wegener dreht mit Hilfe des Windwagens die Dudenser Mühle in den Wind.

Quelle: w

Von Jörg Rocktäschel

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