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Doch Windräder an der B 65?

Barsinghausen Doch Windräder an der B 65?

Die fast schon beendete Diskussion über einen weiteren Windpark zwischen der Barsinghäuser Kernstadt und der Bundesstraße 65 könnte plötzlich wieder brandaktuell werden. Die Landesregierung will in einem Erlass die Hürden für neue Windenergieanlagen deutlich senken.

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Bekommt Barsinghausen doch noch einen Windpark zwischen B 65 und Ortsrand?

Quelle: Symbolbild

Barsinghausen. Im vergangenen Herbst hatte die Stadtverwaltung erstmals geprüft, ob zwischen Bundesstraße und dem Barsinghäuser Ortsrand genug Platz vorhanden wäre, um einen Windpark mit etwa sieben Anlagen zu genehmigen. Das Ergebnis fiel negativ aus: Die bisher geltenden Abstandsregeln zu Ortsrändern, Gewerbegebieten und dem Rastvogelgebiet im Norden würden wohl lediglich Raum für zwei oder drei Einzelanlagen lassen - zu wenig für Investoren und Projektentwickler angesichts des erheblichen Planungsaufwands.

Der neue Windenergieerlass - von fünf niedersächsischen Landesministerien gemeinsam verantwortet - liegt inzwischen als Entwurf vor und kann im Internet eingesehen werden. Darin ist eindeutig formuliert, dass künftig erheblich mehr Flächen für die Windenergienutzung auszuweisen sind. Nur so sei das Landesziel erreichbar, bis zum Jahr 2050 mindestens 20 Gigawatt Strom aus Windenergie im Binnenland zu erzeugen.

Unterschieden wird in dem Erlass zwischen harten und weichen Tabuzonen, etwa bei der Bestimmung der Abstände zur nächsten Wohnbebauung. Harte Tabuzonen sind demnach Flächen mit einem Abstand von rund 400 Metern zu den Anlagen. Das entspricht der doppelten Höhe moderner Windräder. Die weichen Tabuzonen - mit einem Radius von weiteren 300 bis 600 Metern - sind im Einzelfall offenbar nicht wirklich tabu für neue Anlagen. „Eine ungeprüfte, unbegründete Übernahme pauschaler Mindestabstände aus anderen Plänen, Arbeitshilfen ... ist nicht zulässig“, heißt es im Entwurf.

Kritik an entschärften Abstandsregeln hat bereits die Barsinghäuser FDP angemeldet. „Mindestens die zehnfache Anlagenhöhe müsste als Abstand vorgeschrieben werden“, fordert FDP-Ratsfraktionsvorsitzender Bernhard Klockow.

Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann rechnet damit, dass es künftig für Landkreise oder auch Kommunen einfacher wird, Standorte für Windenergieanlagen oder Windparks festzusetzen. Die Abstandsregeln seien mutmaßlich „ein bisschen schwammig formuliert“, meint Lahmann, allerdings müsse erst die endgültige neue Landesregelung abgewartet werden. Lahmann selbst plädiert dafür, bei der Beurteilung neuer Anlagenstandorte einen Schwerpunkt auf den Schutz der Anlieger zu legen.

Aus Sicht von Regionssprecherin Christina Kreutz wäre es verfrüht, auf der Basis des Erlassentwurfs des Landes Pläne zu machen. „In die Frage nach einem zweiten Vorranggebiet für Windenergie in Barsinghausen fließen zudem zahlreiche andere Aspekte ein“, betont Kreutz. Die Nähe zur Wohnbebauung sei nicht alleiniges Kriterium. Die Schlussfolgerung, dass ein geringerer Abstand zur Wohnbebauung bedeute, dass dort ein Vorranggebiet entstehen könne, „wäre voreilig“, sagt Kreutz.

Die Barsinghäuser Stadtwerke gehören zu den potenziellen Investoren, die sich ein Engagement in einem neuen Windpark im Stadtgebiet vorstellen könnten. Geschäftsführer Jochen Möller bestätigt, dass in der jüngsten Zeit wieder Bewegung in die Gespräche über den Standort gekommen sei. Nach Möllers Worten ist die Firma Enercity einer der denkbaren Partner, mit denen die Stadtwerke kooperieren könnten. Sein Unternehmen wäre aber nur interessiert an einer Anlage in dem Windpark. Das würde immerhin eine Investitionssumme von rund vier Millionen Euro bedeuten, sagt der Stadtwerke-Chef. „Wir wollen uns nicht verheben.“

Enercity-Sprecher Carlo Kallen bestätigt, dass sein Unternehmen Voruntersuchungen angestellt und festgestellt habe, „dass Barsinghausen Potenzial für mehr Windenergienutzung hat als bisher“. Konkrete Absprachen oder Pläne gebe es bisher aber nicht. Nach den Worten des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Reinhard Dobelmann war der zweite Windpark bisher „kein Thema“ bei der rot-grünen Ratsmehrheit. Erst sollten die Entwicklungspläne für den Windpark bei Ostermunzel umgesetzt werden, meint Dobelmann. Grundsätzlich führe aber „kein Weg daran vorbei, auch noch an anderen Stellen zu gucken“.

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