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Drei Frauen retten Verein „Der Steg“

Barsinghausen Drei Frauen retten Verein „Der Steg“

„Der Steg“ in Barsinghausen ist gerettet. Waltraut Kardel, Sigrid Kurtz und Rosemarie Thomas leiten nun den 176 Mitglieder zählenden Verein, der Psychiatrieerfahrenen und ihren Angehörigen Hilfe zur Selbsthilfe anbietet.

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Drei beherzte Frauen führen bis zur nächsten Hauptversammlung den Verein „Der Steg“ (von links): Rosemarie Thomas, Sigrid Kurtz und Waltraut Kardel.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. Seit 1993 ist die Begegnungsstätte, Altenhofstraße 17, die Adresse, die Hilfesuchenden die Möglichkeit zu Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten gibt. „Niemand muss alleine sein, wenn die Seele weint“, lautet das Motto des Vereins. Doch im Februar schien diese Arbeit gefährdet.
Edda Heimann, seit 2007 Vorsitzende, legte aus gesundheitlichen Gründen ihre Vorstandsarbeit nieder. Sie hatte den Schritt zwar schon lange angekündigt. Doch für die meisten Mitglieder kam die Ankündigung währen der Hauptversammlung überraschend. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger fand sich zunächst nicht.
„Es sah sich niemand in der Lage, die anfallende Arbeit und die Verantwortung zu übernehmen“, sagt Schriftführerin Sigrid Kurtz: „Eine Auflösung des Vereins oder vom Gericht jemanden vorgesetzt zu bekommen, kam für uns aber nicht in Frage.“ Mit Schatzmeisterin Rosemarie Thomas und Beisitzerin Waltraut Kardel suchte und fand sie eine Lösung. Dabei half ein Rechtsanwalt. Die drei beherzten Frauen erhielten von Heimann eine Vollmacht, dass sie in ihrem Namen handeln. Es ist eine Zwischenlösung bis zur nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2017. „Wir sind natürlich bereit, dann für den Vorsitz zu kandidieren, aber nur gemeinsam“, sagt Kardel. Dafür müsse die Satzung des Vereins geändert werden.
Die Frauen sind selbst keine „Betroffenen“. Kurtz leitet die Kreativgruppe und den Literaturkreis. Kardel kam vor drei Jahren nach einem Zeitungsaufruf dazu, als „Der Steg“ Helfer suchte. Seitdem bietet sie Wanderungen und Tagesfahrten an, organisiert die Grill-Tage. Thomas, sie ist Buchhalterin, wurde Schatzmeisterin als sie in Rente ging und eine sinnvolle Aufgabe suchte.
„Der Steg ist in dieser Region einzigartig. Die Mitglieder sind froh, dass nun wieder Rechtssicherheit besteht“, betont Kurtz. In der Begegnungsstätte gib tes täglich Angebote. Dazu gehören eine Kochgruppe, die Heimann anbietet, drei Gesprächskreise für betroffene und Angehörige sowie Entspannungsgruppen. Hinzukommen eine Fachbibliothek, Beratung durch den Sozialpsychiatrischen Dienst, Sonntagskaffee, Informationsveranstaltungen, Kontaktvermittlungen zu Behörden. „Der Steg“ ist unter (0 51 05) 51 50 52 zu erreichen.

Von Jörg Rocktäschel

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