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Goldene Ehrennadel für Günter Weidemann

Auszeichnung für erfolgreichen Unternehmer Goldene Ehrennadel für Günter Weidemann

Die wohl prägendste Unternehmerpersönlichkeit der vergangenen Jahrzehnte im Barsinghäuser Stadtgebiet ist am Montagabend ausgezeichnet worden: In einer Feierstunde auf dem Wichtringhäuser Rittergut überreichte Bürgermeister Marc Lahmann die goldene Ehrennadel der Stadt Barsinghausen an Günter Weidemann, den Inhaber der Schollglas-Unternehmensgruppe.

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Bürgermeister Marc Lahmann (links) zeichnet Günter Weidemann mit der goldenen Ehrennadel der Stadt Barsinghausen aus.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Der 81-jährige Unternehmer hat in den vergangenen 47 Jahren den von ihm gegründeten Einmannbetrieb zu einem europaweit führenden Glashandels- und Produktionsunternehmen mit inzwischen mehr als 1500 Mitarbeitern entwickelt. Mit der Auszeichnung gewürdigt werden soll nicht nur Weidemanns erfolgreiches Wirken in seiner Unternehmensgruppe, sondern auch dessen besondere Verdienste um die Stadt Barsinghausen.

An der Feierstunde am Montagabend in der Remise des Wasserschlosses nahmen Vertreter von Politik und Verwaltung, langjährige Weggefährten und Mitarbeiter Weidemanns sowie Vertreter der örtlichen Wirtschaft teil. Bürgermeister Marc Lahmann zeichnete in seiner Laudatio die Erfolgsgeschichte nach, die Günter Weidemann mit seinem Unternehmen geschrieben hat. „Vom Hamburger Jungen zum Gründer eines der erfolgreichsten Unternehmens der Glasbranche“, sagte Lahmann – das sei „ein herausragendes Beispiel des deutschen Mittelstandes“.

Weidemann hatte zunächst im Unternehmen seines Schwiegervaters zu arbeiten begonnen, sich Ende der Sechzigerjahre aber selbstständig gemacht, um eigene Ziele und Ideen zu verwirklichen. Das gelang schnell, und die im Zuge der Expansion 1974 nach Barsinghausen verlagerte Firma Schollglas wurde schnell zu einem international agierenden Handelsunternehmen.

Der Bürgermeister attestierte Weidemann Unternehmergeist, Mut und Konsequenz. „Es macht uns in Barsinghausen stolz, einen solchen Arbeitgeber in unserer Stadt zu haben“, sagte Lahmann. 2001 hatte der Unternehmer mangels Nachfolge die Mehrheit seiner Schollglas-Gruppe an einen Finanzinvestor verkauft. Als aber deutlich wurde, dass die neuen Eigentümer eine Zerschlagung und Verlagerung planten, kaufte Weidemann die Firma 2007 für deutlich mehr Geld zurück. 2010 wurde die Schollglas Stiftung Brigitte und Günter Weidemann als künftige Eigentümerin des Unternehmens gegründet. „Sie sind ein herausragendes Beispiel dafür, dass auch in der heutigen Zeit Menschen und ein Lebenswerk mehr wert sind als reine finanzielle Aspekte“, lobte Lahmann.

„Ich war immer bereit, etwas mehr zu riskieren“, beschrieb Günter Weidemann sein berufliches Erfolgsgeheimnis. Noch immer lenkt der 81-Jährige mit zwölfstündigen Arbeitstagen die Geschicke seines Unternehmens. Nicht nur Talent und Fleiß, auch etwas Glück seien erforderlich gewesen, um Erfolg zu haben, sagte er und dankte seinen engagierten Mitarbeitern, „ohne die das nicht möglich gewesen wäre“.

Zur Schollglas-Unternehmensgruppe gehören rund 20 Tochterfirmen und Werke in Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern, darunter Polen, Österreich, die Schweiz und Dänemark. Die Unternehmen der Gruppe handeln nicht nur mit Glas, sondern produzieren selbst und bringen immer wieder innovative Produkte auf den Markt – so wie das Sicherheitsglas für Hausgeräte vor fast 40 Jahren oder später ein neuartiges Isolierglas mit besonders guter Wärmedämmung. Die Schollglas-Gruppe hat mittlerweile weltweit rund 1550 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 200 Millionen Euro.

Die Geschäfte werden weiterhin von der Barsinghäuser Zentrale aus gesteuert – obwohl es offenbar schon etliche Versuche anderer Kommunen gab, mit günstigeren Gewerbesteuersätzen um eine Verlagerung des Unternehmens-Hauptsitzes zu werben. Unternehmer Günter Weidemann setzt sich mit einer weiteren Stiftung für öffentliche Belange ein – und hat in Barsinghausen mit einer 30 000-
Euro-Spende maßgeblich zum Erhalt des Lehrschwimmbeckens in der Adolf-Grimme-Schule beigetragen.

Von Andreas Kannegießer

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