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Ein Archivar auf den Spuren des Bergbaus

Barsinghausen Ein Archivar auf den Spuren des Bergbaus

Der Steinkohlenbergbau hat wesentlich zur Entwicklung und Gestaltung von Egestorf beigetragen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts war Egestorf ein Dorf mit 482 Einwohnern. Bis zur Jahrhundertwende hat sich die Anzahl vervierfacht.

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Eckard Steigerwald (rechts) und Udo Mientus, Vorsitzender des Fördervereins Besucherbergwerk Barsinghausen, werben für die Egestorfer Chronik.

Quelle: Rocktäschel

Egestorf. Eckard Steigerwald, der ehemalige Barsinghäuser Stadtarchivar, hat für die Chronik „800 Jahre Egestorf“ viel Material gesichtet und zusammengestellt. Sein Wissen vermittelt er zudem bei Vorträgen und Führungen. „Rasant gewachsen sind die Orte, die direkt am Deister liegen, also auch Kirchdorf. Wer ein wenig weiter weg lag, wie zum Beispiel Langreder, blieb auch dem alten Niveau“, sagt Steigerwald.
Von den 421 Haushaltsvorständen in Egestorf – sie waren in der Klassensteuerrolle 1879 registriert – waren 227 Bergleute. Steigerwald zitiert den Ersten Lehrer Friedrich Lücke. Der schrieb 1906 in der Schulchronik: „Seine jetzige Größe verdankt Egestorf wohl einzig und allein dem Bergbau.“
Der früheste schriftliche Nachweis über ein Bergwerk im Deister stammt allerdings schon aus dem Jahr 1639. Es wurde für wenige Jahre oberhalb der Wennigser Mark betrieben. Als die Nachfrage nach Steinkohle stieg, ließ Freiherr Knigge 1816 im Kniggenbrink nach Kohle schürfen. Es folgten weitere Schächte. Weil die Transportwege immer länger wurden, wurde 1845 nahe der Nienstädter Straße ein neuer Förderstollen angesetzt: der Hohe Warte-Stollen. 1874 folgte der Egestorfer Stollen, um das unterhalb gelegene Kohlenfeld abbauen zu können.
Die Arbeitsbedingungen unter Tage waren beschwerlich und gefährlich. Immer wieder gab es tödliche Unfälle. Den Bergleuten standen nur kleine Öllampen zur Verfügung, die ihre Arbeitsplätze nur spärlich ausleuchteten
Zudem gab es in den Anfangszeiten keine Umkleidemöglichkeiten (Kauen) oder Aufenthaltsräume. 1897 stand in der Bergarbeiterzeitung: „Badeanstalten, Waschbassins sind nur vorhanden für solche Leute, die nasse Arbeit thun. Die anderen gehen im Schmutz nach Hause.“
Eckard Steigerwald wird seien nächsten Vortrag am Donnerstag, 7. April, um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus, Nienstedter Straße, halten. Eine Führung zu den Plätzen der Bergbaugeschichte von Egestorf beginnt am Sonnabend, 30. April, um 14 an der Försterbrücke. Anmeldungen bei Dieter Pohl, (0 51 05) 86 33, oder Klaus Delto, (0 51 05) 58 50 05. 

Von Jörg Rocktäschel

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