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Entsetzen über neue Pläne für ICE-Bahntrasse

Groß Munzel/ Holtensen Entsetzen über neue Pläne für ICE-Bahntrasse

Der drohende Neubau einer ICE-Bahntrasse zwischen Groß Munzel und Holtensen sorgt in den nördlichen Barsinghäuser Ortsteilen für Entsetzen. Rund 50 Bürger haben am Freitagabend an einer kurzfristig anberaumten Versammlung teilgenommen. Für die Organisation von Widerstand bleibt wenig Zeit: Bis zum 2. Mai müssen Stellungnahmen zum Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans Schiene im Bundesverkehrsministerium eingegangen sein.

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BI-Vorsitzender Gerald Schroth zeigt auf einer Karte den möglichen Verlauf der geplanten ICE-Neubaustrecke durch das nördliche Barsinghäuser Stadtgebiet.

Quelle: Andreas Kannegießer

Groß Munzel/ Holtensen. Die Details in dem neuen Planentwurf haben die Menschen im Raum Groß Munzel/ Holtensen, aber auch in der Nachbarstadt Seelze völlig unvermittelt aufgeschreckt. In den Jahren 2002 und 2003 war der umstrittene Neubau einer ICE-Strecke durch das Calenberger Land schon einmal diskutiert worden. Ein ablehnender Beschluss des Bundestags-Haushaltsausschusses hatte das Projekt damals beendet. Jetzt taucht das Vorhaben im neuen Verkehrswegeplan mit einer nur leicht veränderten Trassenführung wieder auf.

Die umstrittene Bahntrasse zwischen Groß Munzel und Holtensen ist Teil des kombinierten Neu- und Ausbaus der ICE-Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld. Die Bahn möchte die Strecke leistungsfähiger gestalten und die Fahrzeiten um einige Minuten verkürzen. Deshalb soll zwischen der Abzweigung Letter und Lindhorst eine zweigleisige Neubaustrecke gebaut werden, die das Seelzer und Barsinghäuser Stadtgebiet zerschneiden würde. Im neuen Verkehrswegeplanentwurf sei die Trasse als "vordringlicher Bedarf" eingestuft worden, berichtete Gerald Schroth von der Munzeler Bürgerinitiative (BI) für den ländlichen Raum während der Versammlung am Freitag. Die Initiative war vor rund 15 Jahren beim ersten Planungsschritt für die Trasse gegründet und danach nie aufgelöst worden. Noch immer sind in der BI rund 150 Mitglieder organisiert, die nun erneut zum tatkräftigen Widerstand gegen die Trassenpläne motiviert werden sollen.

"Wir hatten gedacht, dieser Kelch würde an uns vorbeigehen", sagte BI-Vorsitzender Schroth. Die Betroffenen aus Groß Munzel und Holtensen argumentieren mit den vielfältigen Belastungen, denen sie ohnehin bereits ausgesetzt seien. Schroth nannte die Pläne zur weiteren Autobahnverbreiterung, das geplante Gewerbegebiet, die nahe Mülldeponie, Windkraftpläne und eine Einflugschneise. "Wir haben Belastungen bei uns, die nicht unerheblich sind", sagte der Vorsitzende. Die Initiative plädiert dafür, dass die bestehende, weiter nördlich verlaufende Bahnstrecke ausgebaut wird und die Bahn auf die zusätzliche Neubautrasse verzichtet.

"Die Zeit drängt", sagte Schroth. Es gelte, bis zum 2. Mai so viele ablehnende, zugleich aber individuell begründete Stellungnahmen zu dem Planentwurf einzureichen wie möglich. "Der BI-Vorstand schafft das nicht alleine, wir brauchen ganz viel Engagement", sagte der Vorsitzende. Bernd Gronenberg, der wie Schroth Ratsmitglied in Barsinghausen ist, schlug die Bildung von Arbeitsgruppen vor, die sich verschiedenen Schwerpunkten widmen sollen - einer davon könnte die Kontaktaufnahme zu Abgeordneten auf allen politischen Ebenen sein. "Wir müssen schnell viele Leute erreichen und uns vernetzen", sagte Gronenberg.

Bis auf Weiteres soll es jeden Freitag ab 18 Uhr Treffen der BI im Holtenser Feuerwehrgerätehaus geben, bei denen die aktuelle Situation besprochen und das weitere Vorgehen abgestimmt werden soll. Die Treffen sind für alle interessierten Bürger offen. 

Von Andreas Kannegießer

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