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Barsinghäuser Politik ist geschockt

Erneuter Brandanschlag Barsinghäuser Politik ist geschockt

Nach dem nächtlichen Brandanschlag auf mehrere Dienstfahrzeuge am Barsinghäuser Rathaus herrscht bei den Barsinghäuser Parteien Fassungslosigkeit. Alle sind sich einig: Die Brandstiftung war nicht nur ein Angriff auf Barsinghausen, sondern auf den gesamten Staat und seine demokratische Grundordnung.

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Nach dem Brandanschlag auf Dienstfahrzeuge auf dem Rathausparkplatz: Ein Handwerker sichert notdürftig das durch die Hitzeeinwirkung beschädigte Fenster.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. "Wenn es einen Zusammenhang zwischen den beiden jüngsten Brandanschlägen gibt, haben wir ein echtes Problem", sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Reinhard Dobelmann. "Das ist nichts anderes als Terror." Es handele sich um eine "feige, hinterhältige Tat". Aus Sicht des Sozialdemokraten ist es unerträglich, wenn es einer mutmaßlich kleinen Gruppe gelingen sollte, das Zusammenleben der städtischen Gemeinschaft nachhaltig zu behindern. Dobelmann fordert höchste Anstrengungen von den Ermittlungsbehörden. "Es muss mehr von der Polizei kommen", sagt der Sozialdemokrat. Es gelte, die Brandstifter möglichst schnell dingfest zu machen. "Der Staatsschutz muss alles daran setzen, die Zusammenhänge aufzuklären."

Nur einen Tag nachdem 1500 Barsinghäuser mit einem Protestzug gegen Fremdenhass demonstriert haben, ist es in der Stadt erneut zu einem Brand gekommen. Drei Autos fingen neben dem Rathaus Feuer.

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CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Roland Zieseniß bekräftigt ebenso wie Dobelmann, dass sich die Stadt Barsinghausen nicht unterkriegen lassen werde. "Der erneute Anschlag wird unser Handeln nicht beeinflussen", sagt Zieseniß. Der Christdemokrat zeigt sich "geschockt" von der jüngsten Entwicklung. "Das Ganze nimmt schlimme Ausmaße an", sagt er. Die Täter müssten "die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen", fordert Zieseniß. "Die Polizei muss jetzt sehr engagiert ermitteln."

Aus Sicht der Barsinghäuser Grünen ging es bei dem jüngsten Brandanschlag nicht um drei städtische Dienstfahrzeuge. "Der Anschlag galt dem Rathaus als Ort der kommunalen Demokratie", sagt Grünen-Ortsverbandsvorsitzender Helmut Freitag. "Jetzt ist ein Schulterschluss aller Demokraten wichtig." Es müsse befürchtet werden, dass es sich um Serientäter handele. Über eine stärkere Polizeipräsenz in der Stadt müsse nachgedacht werden, sagt Freitag. Zugleich plädiert der Grünen-Chef dafür, die Diskussion rund um die Flüchtlingssituation weiterhin offen zu führen. "Politik und Verwaltung müssen die Bedenken der Bürger ernst nehmen", sagt Freitag.

Nach dem Brandanschlag auf eine sich im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft am Wochenende haben am Mittwochabend 1500 Menschen in Barsinghausen mit einem Protestzug durch die Stadt gegen Fremdenhass demonstriert. 

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"Ich bin bestürzt und fassungslos", sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow. Bei den Brandanschlägen handele es sich um Taten "von irre geleiteten Menschen, die man kaum erreichen kann". Verwaltung und Polizei seien nun "ganz massiv gefordert, tätig zu werden". "Das ist keine Frage von Politik mehr", sagt Klockow. Der Freidemokrat sieht eine Gefahr nach der jüngsten Entwicklung: "Die große öffentliche Aufmerksamkeit könnte den Mob zusätzlich anziehen."

Unterdessen hat die Polizei angekündigt, nach dem erneuten Brandanschlag in Barsinghausen die Präsenz zu erhöhen.

Von Andreas Kannegießer

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