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Polizei hat noch keine heiße Spur

Nach Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft Polizei hat noch keine heiße Spur

Die Polizei hat am Montag ihre Ermittlungen nach dem Brandanschlag auf das im Bau befindliche Flüchtlingsheim fortgesetzt. Hinweise auf die Täter gibt es bisher nicht: „Wir haben keine neuen Erkenntnisse“, sagte Polizeisprecherin Martina Stern. Der Staatsschutz führe inzwischen die Ermittlungen.

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Die Baustelle der bei einem Brandanschlag beschädigten Flüchtlingsunterkunft an der Hannoverschen Straße ist notdürftig mit Holzpaletten gesichert.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Die Spurensicherung auf der Baustelle ist bereits abgeschlossen. "Die Experten haben unter anderem die Fenster, die Gasflaschen und den Geräteschuppen untersucht", sagte Stern. Nun gebe es Befragungen im Umfeld. „Wir hätten auch gerne die Öffentlichkeit mit im Boot", sagte die Polizeisprecherin und bekräftigte, dass die Polizei weiterhin auf Zeugenhinweise setze.

Die Baustelle ist seit Montagmittag verwaist, die Zufahrt auf recht unkonventionelle Weise mit Draht und mehreren Holzpaletten versperrt. Die Stadtverwaltung wartet nach den Worten des Ersten Stadtrates Georg Robra nun auf die Begutachtung der Baustelle durch Experten. Diese müssen klären, ob das beim Brand beschädigte Gebäude zu retten ist oder komplett abgerissen werden muss. „Wir hoffen, dass in der nächsten Woche Ergebnisse vorliegen, die eine Entscheidung darüber zulassen“, sagte Robra. Die Bauarbeiten am zweiten Gebäudetrakt – von dem bisher nur die Bodenplatte gegossen ist – sollen laut Robra „so zeitnah wie nur irgend möglich“ wieder aufgenommen werden.

Die Stadtverwaltung hat bereits die Sicherheitsvorkehrungen rund um ihre Einrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen verschärft. Die von Experten wie dem Kriminologen Prof. Christian Pfeiffer geforderte Kameraüberwachung auch auf Unterkunftsbaustellen hält die Verwaltung aber für schwer umsetzbar. „Wir hatten zwar mit dem Gedanken gespielt“, sagte Robra. Allerdings gebe es viele praktische Probleme. Die Kosten seien hoch, die Kameras vandalismusgefährdet. Unklar sei, wo Aufzeichnungsgeräte oder Monitore platziert werden könnten. „Wer soll die mit nach Hause nehmen?“ Außerdem verweist Robra darauf, dass es in Barsinghausen vor dem Brandanschlag keinerlei Hinweise darauf gegeben habe, dass so eine Tat drohen könnte. „Es hat keine Proteste gegen den Standort gegeben“, sagte der Erste Stadtrat. Ebenso gebe es keine aktive rechte Szene in der Stadt. „Und wir haben hier in Barsinghausen eine vorbildliche Willkommenskultur.“

Weiterhin unklar ist noch, wer für den Brandschaden aufkommt und ob das Bauvorhaben versichert ist. „Wir prüfen, wie die Ausgangssituation ist“, sagt Robra.

Von Andreas Kannegießer

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Geplantes Flüchtlingsheim

Die Täter brachten Gasflaschen in den Rohbau, drehten die Hähne auf und entzündeten dann ein Feuer: In letzter Minute konnte die Feuerwehr in Barsinghausen verhindern, dass es in dem Rohbau eines geplanten Flüchtlingsheims zur Explosion oder zu einem Großbrand kam. Auch Ministerpräsident Weil meldete sich nach der Tat zu Wort.

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