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Abend voller Fragen endet mit einem Appell

Barsinghausen Abend voller Fragen endet mit einem Appell

Etwa 200 Bürger haben am Donnerstagabend die Gelegenheit genutzt, sich im Zechensaal über die Brandanschläge in Barsinghausen und die Situation in der Flüchtlingsunterbringung zu informieren. Dabei drehten sich die Fragen vor allem um den Stand der Ermittlungen und künftige Sicherheitsmaßnahmen.

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Etwa 200 Gäste erwarten im Zechensaal die Podiumsdiskussion nach den Brandanschlägen in Barsinghausen.

Quelle: Jörg Rocktäschel

Barsinghausen. Einen Zaun? Nein, einen Zaun werde es an der Flüchtlingsunterkunft an der Hannoverschen Straße nicht geben, erklärte Marc Lahmann. Zumindest nicht mehr dann, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Bewohner dort in einigen Monaten leben werden. "Wir zäunen die Menschen hier nicht ein", sagte der Bürgermeister und erntete dafür zum wiederholten Mal am Donnerstagabend lauten Applaus.

Gemeinsam mit den Franktionsvorsitzenden aller im Rat vertretenden Parteien stellten sich Lahmann und der Erste Stadtrat Georg Robra geduldig den Fragen der Bürger, die sich etwa 16 Stunden nach dem zweiten Brandanschlag in der Stadt binnen weniger Tage im Zechensaal eingefunden hatten. Unterstützung erhielten sie dabei vom hannoverschen Polizeivizepräsidenten Thomas Rochell und Ulrich Knappe, dem Leiter der für Barsinghausen zuständigen Polizeiinspektion Garbsen.

Und viele der Fragen, die die Menschen in Barsinghausen umtreiben, richteten sich speziell zu Beginn der Veranstaltung direkt an die Polizeivertreter. Wie ist der Stand der Ermittlungen? Wie kann die Bevölkerung die Polizei unterstützen? Und hatten die Täter in den beiden Fällen besondere Fachkenntnisse, um die Brände zu legen? Nicht auf alle dieser Fragen konnten oder wollten die Beamten angesichts der laufenden Ermittlungen konkrete Antworten geben. Doch zumindest einen klaren Rat hatte Rochell für die Barsinghäuser parat: "Stehen Sie geschlossen beieinander und gehen Sie selbstbewusst den Weg unserer Gesellschaft weiter."

Erst nach und nach legten die Besucher im Zechensaal ihre Zurückhaltung ab und richteten den Blick mit ihren Fragen weiter nach vorne. Nach einer guten Stunde erkundigte sich ein Bürger, ob die Stadt nicht bald an der Grenze ihrer Aufnahmemöglichkeiten angekommen sei. Lahmann begegnete dieser Frage mit verhaltenem Optimismus, dass es auch in den nächsten Monaten gelingen werde, auf die Belegung von Turnhallen zu verzichten. Aber er machte auch deutlich, dass er von der Bundespolitik Antworten erwarte und es zudem sicherlich weitere Sammelunterkünfte in der Stadt geben werde. "Wir prüfen derzeit viele Standorte, aber es spricht angesichts der bisherigen Verteilung der Flüchtlinge in unserer Stadt sicherlich einiges dafür, dass es in Egestorf oder Kirchdorf sein wird", sagte der Bürgermeister.

Ohnehin war es Lahmann, der auf dem Podium weitgehend dominierte. Während sich die Fraktionsvorsitzenden mit der Rolle der Zuhörer begnügten, behielt der Bürgermeister das Mikrofon fest in der Hand. Erst zum Ende der Informationsveranstaltung gegen 21.15 Uhr meldete sich der Barsinghäuser Ratsvorsitzende Bernd Gronenberg mit einem eindringlichen Appell an die anwesenden Bürger. "Tun Sie mir den Gefallen und geben Sie das Interesse an den Menschen, die zu uns kommen, und ihre positive Willkommenskultur an die Nachbarn oder am Stammtisch weiter", sagte er. "Nur so können wir verhindern, dass es solche Brandanschläge wieder gibt."

Von Björn Franz und Jörg Rocktäschel

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