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Federal Mogul will Stellen streichen

Barsinghausen Federal Mogul will Stellen streichen

Die Belegschaft des Barsinghäuser Motorenteileherstellers Federal Mogul Valvetrain soll deutlich schrumpfen. In den vergangenen Monaten haben bereits rund 40 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, 40 weitere sollen bis zum Jahresende folgen.

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Im Barsinghäuser Federal Mogul-Werk können jährlich rund 30 Millionen Motorenventile produziert werden.

Quelle: Archiv

Barsinghausen. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat haben über einen sogenannten Interessenausgleich verhandelt. Belegschaft und Gewerkschaft fordern, dass der Stellenabbau auf möglichst sozialverträgliche Weise umgesetzt wird. Immerhin soll es einer Vereinbarung zufolge Vorruhestands- und Abfindungsregelungen sowie die Möglichkeit zum Wechsel in eine Transfergesellschaft geben. Dennoch machen sich die beteiligten Arbeitnehmervertreter keine Illusionen: „Wir werden unter Umständen um betriebsbedingte Kündigungen nicht herumkommen“, sagt Gewerkschaftssekretärin Pia Pachauer, die die Verhandlungskommission der IG Metall leitet. Der US-Konzern Federal Mogul, der das Geschäft mit Motorenventilen in Deutschland vor rund zwei Jahren von TRW übernommen hatte, hat offenbar mit denselben Problemen zu kämpfen wie die früheren Eigentümer: Die in Deutschland produzierten Ventile stehen in einem harten Preiswettbewerb mit Motorenteilen aus Billiglohnländern. Hinzu kommen dem Vernehmen nach auch Probleme als Folge des VW-Abgas-Skandals: Rund zwei Drittel der in Barsinghausen produzierten Ventile gehen an Volkswagen, und das Produktsortiment am Deister ist schwerpunktmäßig auf Dieselmotoren zugeschnitten. Im Barsinghäuser Ventilwerk war erst Ende 2015 ein sogenannter Sanierungstarifvertrag ausgelaufen. Fünf Jahre lang hatte die Belegschaft nach Pachauers Worten in dieser Zeit zweieinhalb Stunden unbezahlte Arbeit wöchentlich als Sanierungsbeitrag geleistet. Nach der Übernahme hat die Geschäftsführung von Federal Mogul den Abschluss eines ähnlichen Tarifvertrages gefordert: Die Mitarbeiter sollen eine halbe Stunde täglich zusätzlich arbeiten, Garantien zur Beschäftigungssicherung will die Geschäftsführung im Gegenzug aber nicht geben. „Ein solcher Beitrag der Beschäftigten ist nur möglich, wenn das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet“, sagt Pachauer. Diese Zusage gebe es aber nicht. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass Federal Mogul die Belegschaft im Barsinghäuser Werk von ehemals rund 300 Köpfen mittelfristig auf etwa 200 reduzieren möchte. Die Geschäftsführung war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Andreas Kannegießer

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