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Feuerwehr muss helfen und steht im Stau

Barsinghausen Feuerwehr muss helfen und steht im Stau

Bei Unfällen auf der Autobahn 2 ist es für die Rettungskräfte meist eine nervenaufreibende Zitterpartie, ob sie rechtzeitig ankommen. Sie stehen häufig im Stau vor der Unfallstelle, weil die Autofahrer keine Rettungsgasse lassen. Dabei zählt bei diesen Einsätzen jede Minute.

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Die Feuerwehr Hohenbostel fährt zu einem Unfall auf der A2 hinter Kolenfeld. Die Rettungsgasse wird nur langsam gebildet. Die Wehr benötigt fast 20 Minuten für zwei Kilometer.

Quelle: Feuerwehr

Barsinghausen. Es sind stets die Feuerwehren aus Bantorf und Hohenbostel, die als erste ausrücken. Barsinghausen wird in schweren Fällen nachalarmiert. „Für Strecken, die sonst in fünf Minuten zurückgelegt werden, benötigen wir manchmal bis zu einer halben Stunde“, beklagt Ralf Buch, Ortsbrandmeister der Hohenbosteler Wehr. Fünf bis 20 Kilometer pro Stunde kommen sie im Schnitt voran.
Das jüngste schlechte Beispiel lieferten Autofahrer am Montag kurz nach 14 Uhr. In Fahrtrichtung Berlin hatte ein Lastwagenfahrer kurz hinter der Brücke zur Deponie Kolenfeld ein Stauende übersehen, fuhr ungebremst auf ein Lastwagengespann und schob dies auf einen Sattelschlepper.
Die Feuerwehren mussten sich ihren Weg mühsam bahnen, weil keine Gasse auf der dort noch dreispurigen A2 gelassen worden war. Einen Kilometer weiter wäre es noch kritischer geworden, weil dort eine Baustelle ist. Zum Glück konnte die Polizei zumindest in einer Hinsicht Entwarnung geben. Es war entgegen einer ersten Meldung niemand eingeklemmt.
„Das nahm uns eine schwere Last von den Schultern, denn in solchen Fällen zählt jede Minute“, ergänzt Buch. Der Auftrag hieß nun, die auslaufenden Betriebsstoffe aufzunehmen. Als die Feuerwehr durch war, schloss sich die Lücke hinter ihnen wieder.
An einen Unfall im Rückstau des ersten Unfalls, dort gab es einen Verletzten, kamen die Rettungswagen nicht mehr heran. Der Fahrer wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. „Oft müssen Kameraden kilometerweit vor unseren Fahrzeugen voranlaufen und die Leute auffordern, beiseite zu fahren. Auf Blaulichter und Signalhörner reagieren die einfach nicht“, sagt Leonard Menzel, Pressesprecher der Wehr Hohenbostel.

Ortsbrandmeister Ralf Buch klingeln heute noch die Ohren, wenn er an die Antwort eines Lastwagenfahrers denkt, als der vor zwei Jahren aufgefordert wurde, Platz zu machen. Bei Lauenau hatte ein Lastwagen gebrannt. „Ne, ich mache Pause, ich kann jetzt nicht rechts Ranfahren, sagte der. Er stand auf der Fahrspur und hatte den Fahrtenschreiber auf Pause gestellt, um eine gesetzlich vorgeschriebene Fahrtunterbrechung vorzutäuschen. Unglaublich“, erinnert sich Buch. Die zum Teil laut geführte Diskussion habe zusätzlich wertvolle Zeit gekostet.

„Da gibt es Menschen, die brauchen uns, und andere versperren uns den Weg. Ich habe den Eindruck, die wissen gar nicht, wie sie sich verhalten sollen“, vermutet er. Manchmal müssen sie improvisieren. Bei einem Fahrzeugbrand in Richtung Berlin kamen weder die Bantorfer und Hohenbosteler noch die Barsinghäuser rechtzeitig zur Einsatzstelle durch. „Die Kameraden aus Groß Munzel haben geholfen. Sie sind über einen Wirtschaftsweg nahe der Deponie Kolenfeld auf eine Wiese gefahren und haben von dort aus in Richtung Autobahn gelöscht“, berichtet er. Es sei zwar noch einmal gut gegangen. Doch befriedigend sei so etwas nicht. Die Sorge, rechtzeitig da zu sein, fahre immer mit.

Rettungsdienste empfehlen: Wenn ein Stau in Sicht kommt, sollten Autofahrer das Tempo verringern und langsam an den Fahrbahnrand fahren. Die Autos sollten parallel zur Fahrtrichtung ausgerichtet werden, damit das Heck nicht in die Rettungsgasse hineinragt. Ausreichend Abstand zum Vordermann halten.

Auf zweispurigen Straßen gilt: Autos auf der linken Fahrspur an den linken Fahrbahnrand, Autos auf der rechten Spur an den rechten Rand. Auf dreispurigen Autobahnen wird die Rettungsgasse zwischen der äußerst linken und der direkt rechts daneben liegenden Fahrspur gebildet. Die Rettungsgasse muss so lange offen gehalten werden, bis der Verkehr wieder rollt. Der Seitenstreifen ist kein Ersatz für die Rettungsgasse.

Von Jörg Rocktäschel

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