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Barsinghäuser geben Stimmen für Statistik ab

Barsinghausen Barsinghäuser geben Stimmen für Statistik ab

Bei der Bundestagswahl stehen die Wähler aus Barsinghausen stellvertretend für ganz Deutschland: Die Stadt hat nicht nur einen repräsentativen Wahlbezirk, in der Adolf-Grimme-Schule werden die Bürger auch von der Forschungsgruppe Wahlen befragt und liefern so Zahlen für Prognosen und Hochrechnungen.

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Bruno Hoppe (links) von der Forschungsgruppe Wahlen hat Dennis Arlt für die ZDF-Wahlprognose befragt.

Quelle: Malecha

Barsinghausen. Geduldig warten Bettina und Bruno Hoppe vor dem Klassenraum der Adolf-Grimme-Schule, in dem die Wähler des Wahlbezirks 10 ihre Stimmen abgeben. Jeder dritte, der raus kommt, wird von ihnen angesprochen. "Wir kommen von der Forschungsgruppe Wahlen und machen im Auftrag des ZDF eine Befragung", erklärt Bruno Hoppe einer Barsinghäuserin, warum er sie anspricht. Doch die Frau lehnt ab. "Die Zahl der Verweigerer wird immer mehr", sagt Bettina Hoppe. Woran das liegt, kann sie sich nicht erklären, immerhin sei die Befragung komplett anonym. Dann kommt die nächste Gruppe aus dem Raum - und einer von ihnen wird wieder angesprochen. Diesmal haben Hoppes mehr Glück. Dennis Arlt muss nicht lange überredet werden. Wem er seine erst und Zweitstimme gegeben hat, wird er gefragt. Auch Alter, Geschlecht, Schulabschluss und Konfession gibt Arlt auf dem Fragebogen an - zudem füllt er aus, wie oft er zur Kirche geht und für wen er bei der letzten Bundestagswahl gestimmt hat. "Ich interessiere mich so oder so für die Prognosen und helfe gerne mit", sagt Arlt. Heute Abend werde er dann um 18 Uhr mit anderen Augen auf die Ergebnisse schauen, in dem Wissen, dass auch seine Stimme ein Teil der Prognose ist.

Die Stichprobenhaft erhobenen Daten werden im Laufe des Tages immer wieder übermittelt und können schnell und relativ zuverlässig auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden. Hoppes befragen schon seit Jahren Wähler - immer in einem anderen Wahllokal. "Nur bei uns in Garbsen dürfen wir nicht eingesetzt werden", sagt Bettina Hoppe. "Würden wir die Befragten gut kennen, könnte jemand meinen, es werde bei der Umfrage gemauschelt." Vor welchem Raum sie stehen und jeden wievielten Wähler sie ansprechen sollen, wird vorgegeben. Von 8 bis 18 Uhr stehen die beiden vor dem Raum, sprechen immer wieder Menschen an. "Viele wussten vorher gar nicht, wie die Prognosen zustande kommen und finden das ganze total Interessant", sagt Hoppe, bevor sie die nächste Wählerin anspricht.

Auch, wer zum Wahlbezirk 11 gehört, hat seine Kreuze unter anderem für die Statistik gemacht - denn der Bezirk ist einer von bundesweit 2 741 repräsentativen Wahlbezirken, bei dem Alter und Geschlecht auf dem Wahlzettel angegeben sind. So sollen später das Wahlverhalten von Männern und Frauen, altersspezifische Unterschiede sowie die Struktur der Wähler und Nichtwähler analysiert werden. "Bisher hat fast niemand gefragt, warum auf seinem Wahlzettel Alter und Geschlecht angegeben ist", sagt Maria Hugo, stellvertretende Wahlleiterin. Je nach Alter und Geschlecht suchen die Wahlhelfer den richten Stimmzettel raus. Zehn verschiedene gibt es jeweils für Männer und für Frauen. Diese werden dann vom statistischen Bundesamt ausgewertet und hochgerechnet. Für alle, denen die Erklärung von Hugo nicht reicht, hat die stellvertretende Wahlleiterin Flyer, die das Verfahren erklären.

Von Lisa Malecha

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