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Freibad Goltern braucht Unterstützung

Barsinghausen Freibad Goltern braucht Unterstützung

Der Hilferuf des Betreibervereins des Freibads Goltern ist von der Politik gehört worden. Das Freibad, so der einhellige Tenor der Parteien hat einen großen Freizeitwert. Der Verein hat weitere Unterstützung verdient.

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Schwimmaufsicht und Betreiberin des Bistros Blubb Antje Berkenkamp ist am Montag allein im Bad. Das ist wegen schlechten Wetters geschlossen.

Quelle: Rocktäschel

Großgoltern. Extrem schwache Besucherzahlen haben den technischen Leiter des Bades, Otto Thüler, zu seinem Hilferuf veranlasst. Nur 9200 Besucher wurden in dieser Saison gezählt: Viel zu wenige, um den Betrieb rentabel zu führen. Er fürchtet das Ende des Bades, wenn dieser Negativtrend anhält.
CDU-Fraktionsvorsitzender Roland Zieseniß spricht sich deutlich für den Erhalt des Freibads aus. „Eine Schließung muss unter allen Umständen vermieden werden“, sagte er am Montag. Er geht auch davon aus, dass dies möglich ist, zumal auch in der Vergangenheit sich alle Parteien für das Bad eingesetzt hätten. „Bei den Investitionen haben wir ja auch geholfen. Für den ländlichen Bereich sei das Bad wichtig. Zudem sei das Bad in Kirchdorf nicht in der Lage, die zusätzlichen Kapazitäten aufzunehmen.
SPD-Vorsitzender Reinhard Dobelmann verweist auf die klare Aussage im Wahlprogramm seiner Partei. Das Freibad soll weiterhin unterstützt werden. Es habe große Bedeutung für die Kinder und Jugendlichen, die in den Ferien in der Stadt bleiben. Er könnte sich vorstellen, dass die Stadtwerke ihr Engagement dort noch verstärken. Zwar sei das Thema in der Fraktion noch nicht beraten worden, aber in Gesprächen mit allen Beteiligten werde sicherlich eine Lösung gefunden, ist Dobelmann überzeugt.
„Die Vereine dürfen keine Schulden machen“, teilt FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow die Ansicht von Heide Hamann, Vorsitzende des Fördervereins, und Rolf Hennies, Vorsitzender des Betreibervereins. „Wir müssen Sorge tragen, dass sie nicht ins Minus geraten“, ergänzt Klockow. Allerdings müsse geklärt werden, welcher Investitionsbedarf besteht.

Das Wetter macht die Situation im Freibad Goltern nicht besser. Es wurde am Montag auf Grund des Regens nicht geöffnet. „Hoffentlich bekommen wir noch schöne Tage“, sagt Antje Berkenkamp, Betreiberin des Bistros Blubb und Schwimmaufsicht der Stadtwerke. Sie bedauert, dass bei durchwachsenem Wetter nur die Senioren eisern ihre Bahnen ziehen. Jugendlich fehlten das völlig. „Dabei haben wir selbst jetzt 22 Grad Wassertemperatur“, sagt sie.
Der Alarm, den Otto Thüler, technischer Leiter des Bades, geschlagen hat, ist Ortsgespräch. Viele haben im Freibad schwimmen gelernt. Auch Peter Messing, Fraktionsvorsitzender SPD: „Das Bad ist ein Kleinod und erhaltenswert. Es wäre jammerschade, wenn es geschlossen würde, zumal es liebevoll wieder hergerichtet worden ist.“ Er ist überzeugt, dass sich eine Lösung finden lässt. Ulrike Westphal, Fraktionschefin der Grünen, ist der Ansicht, dass in Schulen und Kitas mehr für das Bad geworben werden müsse. „Bei der Infrastruktur dürfen wir nicht nur in die Kernstadt gucken. Das Bad ist ein wichtiger Freizeitfaktor. Es wird mit großem Engagement betrieben.“
Für Klockow ist neben dem hohen Freizeitfaktor auch der Schwimmunterricht wichtig: „Aus dem Grund haben wir uns ja auch für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens in der Adolf-Grimme-Schule eingesetzt.“ Allerdings hat er auch die Kosten im Blick. Unbegrenzte Mittel werde es wohl kaum geben. Es müsse festgestellt werden, wie hoch der Sanierungsbedarf ist, um feststellen zu können, wie lange das Freibad noch betrieben werden könne. 50 000 Euro beispielsweise, wären machbar, meint er.

Bis vor zwölf Jahren gab es zwei Freibäder in der Stadt Barsinghausen – neben der Anlage in Goltern auch das Bad an der Wilhelm-Heß-Straße in der Kernstadt. Dort wurde bereits 1934 eine Freibadeanstalt für die Barsinghäuser eröffnet. Allerdings verfielen die überwiegend aus Holz errichteten Gebäude in den Folgejahren.
Aus dem Verkaufserlös einiger kommunaler Gebäude ließ die damalige Gemeinde Barsinghausen in den Jahren 1958 und 1959 am alten Standort ein neues Freibad bauen. Eröffnung war am 5.Juli 1959. Mit seinem großen Becken und dem prägnanten Sprungturm galt das Barsinghäuser Bad lange Zeit als eines der schönsten Freibäder in der Region. Eine private Gesellschaft übernahm 1994 die Betriebsführung von der Stadt, die zunächst einen jährlichen Zuschuss von zunächst 80 000 Mark und später von 40 000 Euro zahlte. Allerdings gingen die Besucherzahlen bis auf zuletzt rund 9 000 pro Jahr zurück und der Zuschussbedarf stieg. Die Stadt weigerte sich jedoch, mehr Geld zu zahlen und der Rat beschloss Ende 2004 die Schließung des Bades.
Nach dem Abriss im Jahr 2007 wurde ein Einkaufsmarkt auf dem Gelände gebaut.

Von Jörg Rocktäschel und Frank Hermann

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