Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Geldsegen für Barsinghäuser Schulen

Barsinghausen Geldsegen für Barsinghäuser Schulen

Die Barsinghäuser Ratsfraktionen sind vor dem Kommunalwahljahr 2016 bei der Finanzierung der Schulen deutlich freigiebiger als früher. Die drei weiterführenden Schulen im Stadtgebiet sollen in den nächsten beiden Jahren eine unerwartete Finanzspritze von bis zu 300.000 Euro für digitale Unterrichtstechnik erhalten.

Voriger Artikel
Fire-Kids: Einsatz in der Weihnachtsbäckerei
Nächster Artikel
Junges Streichertrio spielt in St. Barbara

Die Lisa-Tetzner-Oberschule und das Hannah-Arendt-Gymnasium sollen im nächsten Jahr von einem großzügigen Investitionsprogramm für digitale Unterrichtstechnik profitieren.

Quelle: Archiv

Barsinghausen. Der städtische Finanzausschuss hat sich am Donnerstagabend einstimmig darauf verständigt, dass für 2016 zunächst 150.000 Euro an die Schulen ausgezahlt werden. Für das Folgejahr sind die Weichen zur Fortsetzung des Investitionsprogramms bereits gestellt: "Es ist beabsichtigt, für 2017 die gleiche Summe im Haushalt vorzusehen", heißt es in dem in seltener Eintracht verabschiedeten Beschluss. Der Rat hat in der nächsten Woche das letzte Wort.

Dass die Schulen im nächsten Jahr großzügig bedacht werden sollen, haben die Ratsfraktionen quasi auf der Zielgeraden der laufenden Haushaltsplanberatungen beschlossen. Am Mittwoch hatte zunächst die rot-grüne Mehrheitsgruppe im Rat angekündigt, eine sogenannte "bedarfsgerechte Sonderzuweisung" in Höhe von 47.000 Euro für Anschaffungen der weiterführenden Schulen im Haushalt verankern zu wollen. Am Donnerstagabend zog die CDU mit einem noch weiter reichenden Vorschlag nach: Als Tischvorlage präsentierten die Christdemokraten in der Ausschusssitzung ihren Antrag für das Projekt "Digitale Zukunft" für das Hannah-Arendt-Gymnasium, die Goetheschule (KGS) und die Lisa-Tetzner-Oberschule. Die 300.000 Euro sollen demnach binnen zwei Jahren dafür verwendet werden, etwa 60 Klassenräume in den drei Schulen mit hochmoderner Technik - Beamern und sogenannten Whiteboards - auszustatten.

Das Lernen mit digitalen Techniken sei eine der Zukunftsfragen der Gesellschaft, begründet die CDU ihren Vorstoß. "Die Schulen leiden unter Stückwerk, deshalb sollten wir jetzt einmal richtig Geld in die Hand nehmen", sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Gerald Schroth.

SPD und Grüne brauchten nicht lange, um sich auf die gemeinsame Zustimmung zu dem CDU-Vorhaben zu verständigen. "Wir ziehen unseren eigenen Antrag zurück", sagte SPD-Ratsherr Bernd Gronenberg.

Für die drei Schulen wird der unerwartete Geldsegen wohl auch eine Herausforderung: Bis zur übernächsten Schulausschusssitzung sollen sie nach dem Willen der Politik ein Konzept vorlegen, wie das Geld zur Gestaltung der digitalen Unterrichtszukunft eingesetzt werden soll.

Auch die sieben städtischen Grundschulen und die Bert-Brecht-Förderschule müssen im nächsten Jahr nicht leer ausgehen: Ebenfalls auf Antrag der CDU sollen sie jeweils 10.000 Euro erhalten - vorrangig zur Förderung von Maßnahmen "zur Inklusion und Integration". Auch hier folgte die rot-grüne Mehrheit dem CDU-Antrag.

Die Finanzspritze für die Schulen kommt überraschend, nachdem die Ratspolitiker über Jahre hinweg auch in den Schulen die finanziellen Spielräume strikt begrenzt hatten. Seit Langem gibt es Kritik der Schulen, dass die individuellen Schulbudgets zu knapp bemessen seien. Die Budgets der Barsinghäuser Schulen errechnen sich aus einem individuellen Pauschalbetrag, multipliziert mit der Anzahl der Schüler, sowie einem Sockelbetrag. Das Hannah-Arendt-Gymnasium etwa hätte so für 2016 einen Anschaffungsetat von rund 28 000 Euro zurn Verfügung. Ein latentes Problem ist, dass bei der aktuellen Berechnungsmethode die Schulbudgets angesichts sinkender Schülerzahlen kleiner werden, obwohl die Fixkosten und der Investitionsbedarf eher wachsen.

Die kommissarische HAG-Schulleiterin Silvia Bethe hatte bereits im Sommer in einem Schreiben an die Stadt vorgerechnet, dass selbst die allernötigsten Anschaffungen für das Jahr 2016 – darunter neue Möbel für einige Unterrichtsräume, digitale Wörterbücher, Laptop- und Laborwagen – mindestens 40 000 Euro kosten werden. "Kürzungen lösen hier weiteren Investitionsstau aus", hatte Bethe betont.

Von Andreas Kannegießer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6sn8vpq0in6197p3odf0
Adventskonzerte erfreuen die Musikfreunde

Fotostrecke Barsinghausen: Adventskonzerte erfreuen die Musikfreunde

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de