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TSV klagt gegen Abschiebung

Grossgoltern TSV klagt gegen Abschiebung

Der Turn- und Sportverein (TSV) Goltern macht mobil gegen eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Braunschweig. Der Verein will mit allen rechtlichen Mitteln verhindern, dass sein ehrenamtlicher Platzwart, der aus Albanien stammende Fatmir Cekini, in seine Heimat abgeschoben wird.

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TSV-
Vorsitzender Georg Olfermann (rechts) kämpft für den
Verbleib von
Fatmir Cekini
in
Deutschland.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Für Cekini, aber auch für seine Freunde vom TSV Goltern war der in der vergangenen Woche eingegangene Bescheid ein Schock: Der Asylantrag von Cekini ist abgelehnt. Innerhalb einer Woche habe er Deutschland zu verlassen, steht darin.

Der 58-jährige Cekini wohnt seit Januar 2013 in Deutschland. In seiner Heimat Albanien hatte er zuvor etliche Jahre lang versteckt leben müssen, wie Cekini berichtet. Der Grund: Er ist von der in dem Balkanstaat immer noch verbreiteten Blutrache bedroht. In seiner Heimat hatte Cekini nach eigenen Worten als Hausmeister für eine Ladenkette gearbeitet und dabei eine Gruppe von Dieben überrascht, die Fleisch stehlen wollten. Im Handgemenge erlitt einer der Täter Verletzungen, an denen er später starb. „Die Verwandten haben Blutrache geschworen“, berichtet Cekini.

Während seine Frau und sein erwachsener Sohn nichts zu befürchten haben, musste der Albaner selbst schleunigst abtauchen. Im Januar 2013 schlug er sich nach Deutschland durch und beantragte Asyl. Zunächst war Cekini im Asylbewerberheim am Ohweg in Goltern untergebracht. Dort entstanden auch die Kontakte zum TSV. Cekini übernahm zunächst ehrenamtlich kleinere Arbeiten für den Verein und ist inzwischen eine feste Größe auf dem Sportgelände, wie TSV-Vorsitzender Georg Olfermann betont. „Ich habe selten einen so hilfsbereiten Menschen kennengelernt“, sagt er. Cekini ist neben seiner Aufgabe beim TSV Goltern außerdem als Ein-Euro-Jobber regelmäßig für den Tierschutzverein Barsinghausen im Einsatz. Der TSV Goltern hat nun Klage gegen den Bescheid des Bundesamtes eingereicht und streitet außerdem dafür, dass die Klage zumindest aufschiebende Wirkung hat. „Wir kämpfen dafür, dass Fatmir eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erhält“, sagt Olfermann.

Vorstand startet eine Sammlung

Der TSV Goltern hat seine Mitglieder zu einer Spendenaktion aufgerufen. Das Ziel: Der Verein will die möglicherweise bevorstehende Abschiebung seines albanischen Platzwartes Fatmir Cekini in dessen Heimatland mit allen rechtlichen Mitteln verhindern. Der Bescheid, dass der 58-jährige Cekini Deutschland binnen einer Woche verlassen müsse, war in der vergangenen Woche zugestellt worden. TSV-Vorsitzender Georg Olfermann fordert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Revision der Entscheidung. „Es wäre ein Stück aus dem Tollhaus, wenn ein solcher Mann abgeschoben würde“, sagt Olfermann und verweist darauf, dass Cekini eine „echte Vertrauensstellung“ im Verein mit Schlüsselgewalt für alle Räume im Sportheim innehabe. Nicht nur rechtlich, sondern auch menschlich hält er die Entscheidung zur Abschiebung für höchst fragwürdig. In der Pflicht zum Eingreifen zugunsten des 58-jährigen Albaners sieht Olfermann auch die Barsinghäuser Stadtverwaltung: Nach dem Brand im Golterner Asylbewerberheim Ende März hatte Cekini einen Dankesbrief von der Verwaltungsspitze erhalten, weil er durch sein beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindert habe. „Die Behörde sollte ihm nicht nur danken, sondern sich auch dafür einsetzen, dass solche Menschen in Deutschland bleiben dürfen“, findet Olfermann.

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