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Hartnäckigkeit hat sich stets ausgezahlt

Barsinghausen Hartnäckigkeit hat sich stets ausgezahlt

Der langjährige Geschäftsführer der Firma Bergmann Automotive, Bernhard Büthe, hat sich nach 53 Berufsjahren in den Ruhestand verabschiedet. Er blickt zurück auf teilweise turbulente Jahre am Deister.

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Bernhard Büthe blickt auf teilweise turbulente 53 Berufsjahre zurück.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Die besondere Bedeutung der Arbeit von Bernhard Büthe für den Barsinghäuser Motorenteilehersteller Bergmann Automotive ist deutlich geworden, als das Unternehmen vor drei Jahren von dem Finanzinvestor ECM übernommen wurde: Die ECM-Verantwortlichen machten zur Bedingung für den Vertragsabschluss, dass Geschäftsführer Büthe – damals immerhin schon 65 Jahre alt – noch drei weitere Jahre als Steuermann an Bord bleiben müsse. Während der geforderten drei Jahre ist Bergmann Automotive weiter rasant gewachsen – nun hat sich Bernhard Büthe nach 53 Jahren Arbeit am Standort aber doch in den Ruhestand verabschiedet.

Binnen 15 Jahren ist der Umsatz von Bergmann Automotive von rund drei auf 52 Millionen Euro gewachsen, die Mitarbeiterzahl von 63 auf knapp 360. Büthe betont, dass dieser Erfolg ein Erfolg der gesamten Belegschaft gewesen sei. „Alle haben mitgezogen, und die Mannschaft hat mir vertraut“, sagt der 68-Jährige.

Büthe hat das Geschäft mit Motorteilen von der Pike auf gelernt. Im April 1963 hatte er als Maschinenschlosserlehrling bei der Firma Teves begonnen und sich später zum Techniker und zum REFA-Ingenieur weitergebildet. Er übernahm Verantwortung und rückte erst zum Produktions-, dann zum Bereichsleiter und zum Werksleiter auf. Besonders die neunziger Jahre verliefen für die Motorenteileproduktion in Barsinghausen turbulent. Mehrmals gab es Besitzerwechsel. „Zweimal waren wir quasi schon tot“, sagt Büthe und erinnert an Schließungsbeschlüsse, die jeweils knapp abgewendet werden konnten. Büthe war schon in dieser schwierigen Zeit eine Konstante am Standort. „Das war Abenteuer pur“, erinnert er sich.

Die Wende kam 1999 mit Hilfe des VW-Konzerns, der Wert legte auf einen Zylinderlaufbuchsenproduzenten in Reichweite und deshalb den Verkauf der Barsinghäuser Gießerei an die mittelständische Unternehmerfamilie Bergmann einfädelte. Dennoch hätten zu Beginn nur wenige geglaubt, dass Bergmann Automotive eine lange Zukunft haben würden, sagt Büthe. Er wurde Geschäftsführer und machte die neue Unternehmung nicht zuletzt dank flacher Hierarchien zu einer echten Erfolgsgeschichte. So zeichnete Büthe für Personal und Marketing selbst verantwortlich. „Wir sind hemdsärmelig an die Sache rangegangen und haben viele Probleme mit Bordmitteln gelöst“, beschreibt der 68-Jährige die Taktik der Anfangsjahre. Mit Erfolg: Nach zwei Jahren erreichte Bergmann Automotive die Gewinnschwelle, seither geht es rasant weiter bergauf. Als eine seiner Stärken nennt Büthe die Hartnäckigkeit in Gesprächen mit Kunden. „Es gilt immer, den Kunden für unser Produkt zu begeistern“, sagt er. Die alleinige unternehmerische Verantwortung hat Büthe stets als Ansporn empfunden. „Ich konnte mich hinter niemandem in einem Konzern verstecken“, sagt er.

Als Ruheständler will Büthe zunächst „einige Zeit abspannen“ und dann „das nachholen, wofür früher keine Zeit da war“. Seine Ehrenämter als Sozialrichter und im Metallarbeitgeberverband wird er nicht aufgeben. Und Bergmann Automotive bleibt er als Mitglied des Beirates erhalten.

Von Andreas Kannegießer

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