Hannover. Im Prozess um die bisher größte Hanfplantage in der Region sind die Angeklagten am Montag zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Ein 58-Jähriger aus Holland muss drei Jahre ins Gefängnis, der einschlägig vorbestrafte Abnehmer für sechs Jahre. Für den 49-jährigen Immobilienbesitzer aus Barsinghausen, in dessen Haus die Pflanzen wuchsen, wurde eine zweijährige Freiheitsstrafe dagegen zur Bewährung ausgesetzt. Durch ein „Scheingeschäft“ habe er der Polizei maßgeblich geholfen, auch den Dealer festzunehmen.
Die Vorsitzende der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts, Renata Bürgel, bezeichnete das Drogenverfahren als „außergewöhnlich“. Der Barsinghäuser und der Holländer hatten von September 2010 bis April 2011 gut 900 Pflanzen gezüchtet und daraus einen Profit von 50.000 Euro geschlagen. Dafür hätten sie in Holland „kiloweise Stecklinge erworben so wie man hier Kohlrabipflanzen kauft“, sagte Bürgel. Zweimal hatten sie die Ernte veräußert, dann wurde die Polizei bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe des Hauses auf den süßlichen Geruch aufmerksam. Bürgel: „Sie sind das Geschäft zwar professionell, aber auch ein bisschen blauäugig angegangen.“
Die Züchter räumten die Tat von Anfang an ein. Der Barsinghäuser verabredete mit der Polizei das Scheingeschäft. Als der Dealer aus Köln die dritte Ernte – die Erträge hatten sich mittlerweile verdoppelt – holen wollte, wurde er von den Beamten gestellt. Der Händler leistete erheblichen Widerstand und verletzte einen Beamten mit Pfefferspray. Im Prozess behauptete er, nur als Kurier fungiert zu haben. Das glaubte ihm die Kammer nicht. „Ein Kurier testet nicht, verhandelt nicht und verabredet den Zeitpunkt auch nicht“, stellte die Vorsitzende klar.
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