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Interesse am Handwerk lässt weiter nach

Barsinghausen Interesse am Handwerk lässt weiter nach

Am Vorabend der Ausbildungsmesse haben Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Schule über den Fachkräftemangel gesprochen. „Immer mehr unbesetzte Ausbildungsstellen – was tun?“ lautete im Konferenzraum der Stadtsparkasse Barsinghausen das Motto der Podiumsdiskussion, die von Klaus Danner moderiert wurde.

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Jürgen Hansen (von links), Carl-Michael Vogt, Max Matthiesen, Silvia Bethe, Reinhard Meyer und Klaus Danner diskutieren.

Quelle: Stephan Hartung

Barsinghausen. „Dieses Thema brennt, es betrifft alle Bereiche vom Handwerk über Industriebereiche bis hin zu Pflegeberufen“, sagte CDU-Landtagsabgeordneter Max Matthiesen. Carl-Michael Vogt, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, sieht in Barsinghausen großes Potential, „weil das Handwerk hier Tradition hat“. Statistisch gesehen geht das Interesse am Handwerk im Bezirk von Vogts Kammer aber zurück. „Aktuell haben wir in diesen Berufen 8000 Lehrlinge, in den 90er Jahren waren es 19 000 Lehrlinge“, verdeutlichte Vogt. Er ist sich sicher, „dass viele Schüler von ihren Eltern zum Abitur und damit an einer handwerklichen Ausbildung vorbei gedrängt werden“.

In der Schule, betonte Silvia Bethe als Leiterin des Hannah-Arendt-Gymnasiums, gehörten Angebote zur Berufsorientierung schon frühzeitig zum Standard. „Wir versuchen nachzusteuern, aber das Interesse der Schüler an handwerklichen Berufen ist nicht vorhanden“, sagte Bethe – und erwähnte eine Ausnahme. „Bei unseren Flüchtlingskindern ist das anders. Sie merken, dass ihre Sprachkenntnisse noch nicht für die Universität reichen, sie streben Berufe wie Elektriker, Bäcker, Tischler oder Autolackierer an“, sagte die Schulleiterin.

Auch bei der Stadtsparkasse Barsinghausen stehen die Interessierten nicht mehr Schlange. „Es fehlt an guten Nachwuchskräften. Wir suchen verzweifelt nach geeigneten Kandidaten“, sagte Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Meyer. Der allgemeine Fachkräftemangel muss nach Ansicht von Jürgen Hansen von der Wirtschaftsförderung der Region Hannover zu einem Umdenken führen – denn nur wer Abitur mache, sei anerkannt. „Junge Leute mit einem schlechten Abitur scheitern dann im Studium, gehen zurück in die Ausbildung und sind dann schon Mitte 20. Dieser Schritt ist genauso falsch wie als Bachelor zum Gesellenlohn zu arbeiten, weil es in manchen Berufen eine zu große Schwemme auf dem Markt gibt“, sagte Hansen. 

Von Stephan Hartung

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