Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Jobsuche als Thema für die große Bühne

Barsinghausen Jobsuche als Thema für die große Bühne

Das auf neun Monate angelegte Projekt Inter:Art Barsinghausen steht - in der Theatersprache ausgedrückt - vor dem Abschluss des zweiten von drei Akten. Demnächst ist im Zechensaal Premiere des Theaterstücks „Wir lassen warten“, dass 17 Arbeitssuchende gemeinsam entwickelt haben.

Voriger Artikel
300.000-Euro-Spende für Elternverein
Nächster Artikel
FZB steht vor einer ungewissen Zukunft

Einblick in die Probenarbeit: Besucherinnen betrachten die Porträts und lesen die Selbstdarstellungen der Teilnehmer.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. Donnerstag haben die Beteiligten bei einer Vernissage in den Räumen der defakto GmbH in der Marktstraße 38a Besuchern ihr Projekt vorgestellt. Ein kurzer Film wurde gezeigt, gedreht von den Teilnehmern, Szenenfotos von den Theaterproben und Selbstporträts in Bild und Text waren darin zu sehen. Inter:Art Barsinghausen ist ein gemeinsames Angebot des Jobcenters der Region Hannover und der defakto GmbH aus Bochum, das im Februar gestartet wurde. Theater und individuelles Jobcoaching sind dabei zwei gleichgewichtige Teile.

Die Aufteilung des Projekts in Akte ist dem Theaterstück geschuldet. Theaterpädagogin Coco Rohwer leitet den entsprechenden Teil. Theaterbesuche und Blicke hinter die Kulissen des Schauspielhauses haben die Entwicklung eines eigenen Stücks begleitet, in das die 17 teilnehmenden Männer und Frauen im Alter von 24 bis 55 Jahren eigene Erfahrungen bei der Arbeitssuche einfließen ließen. Zweimal in der Woche wurde in den Räumen von defakto geprobt. Ebenfalls zweimal pro Woche steht das Jobcoaching, die Vorbereitung auf die Arbeitswelt, auf dem Programm. Das ist die Aufgabe von Jobcoach Antonia Hemling. Projektleiterin insgesamt ist Tomke Friemel.

Die zunächst ungewöhnlich wirkende Kombination von Theater und Vorbereitung auf den Wiedereinstieg in die Berufswelt hat sich in anderen Städten schon bewährt. Die Vermittlungsquote ist nach den Worten von Friemel höher als üblich. Mitarbeiter des Jobcenters der Region haben den Teilnehmern bestätigt, dass sie viel Selbstvertrauen gewonnen hätten. Denn die Theaterarbeit schult Fähigkeiten, die im Beruf von Bedeutung sind. Dazu zählen Konzentration, Motorik, Abstraktionsvermögen, Ausdrucksfähigkeit, Spontaneität, Kreativität und Kritikfähigkeit.

Nach Abschluss des zweiten Akts, der Premiere, werden die 17 Teilnehmer dann Praktika in Betrieben antreten. Doch zuvor stehen die letzten Proben auf einer richtigen Bühne an, die dafür im Zechensaal aufgebaut wird. Das Lampenfieber steigt, aber die Gruppe versteht sich. Alle haben übliche Berufsbiografien. Krankheit, Schicksalsschläge oder Überlastung im Job haben bei ihnen zu Brüchen geführt. Henry Kluge etwa hatte zunächst Kaufmann gelernt, dann studiert und kann drei Diplome vorweisen. Ein schwerer Verkehrsunfall mit Schädel-Hirn-Trauma zwang den kreativen Mann zu einer längeren beruflichen Auszeit, die er allerdings zum Bücherschreiben nutzte. Inter:Art, so lautet seine Zwischenbilanz, biete ihm genau die richtige Mischung. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern hat er auch schon Bühnen- und sogar Fernseherfahrung.

Die Zuschauer dürfen sich in dem Stück auf skurrile Charaktere freuen. Viele Typen werden sie wiedererkennen, vielleicht einige auch sich selbst. Denn die Gruppe hat sich und andere Menschen aufmerksam studiert.

Premiere von "Wir lassen warten" im September

Vorstellungen sind für das Theaterstück „Wir lassen warten“ geplant. Premiere ist am Donnerstag, 3. September, ab 20 Uhr, im Zechensaal, Hinterkampstraße 6, in Barsinghausen. Die zweite Aufführung am selben Ort beginnt am folgenden Freitag, ebenfalls um 20 Uhr. Einlass ist jeweils ab 19.30 Uhr. Die Mitwirkenden freuen sich auf zahlreiche Zuschauer. Der Eintritt ist frei, Plätze können im Internet unter defakto.org reserviert werden. Die Regie hat Coco Rohwer.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6snqo7zf9t31iw3exj21
Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Fotostrecke Barsinghausen: Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de