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Junk: Flüchtlinge sind eine Bereicherung

Barsinghausen Junk: Flüchtlinge sind eine Bereicherung

Vor einer weiteren Verwässerung des Asylrechts haben die Referenten der Diskussionsveranstaltung in der Arche gewarnt, zu der das Forum für Politik und Kultur und das Bündniss „Barsinghausen ist bunt“ eingeladen haben.

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Warnen vor der Verwässerung des Asylrechts (von links): Eckard Bretzke, Sebastian Rose, Oliver Junk, Sybille Bruchmann-Busse und Michael Höntsch.

Quelle: Rocktäschel

Kirchdorf. „Asyl ist Menschenrecht – gibt es eine Grenze für Menschenrechte?“ lautete das schon im Mai vergangenen Jahres vorbereitete Diskussionsthema. Eckard Bretzke vom Forum und Moderatorin Sybille Bruchmann-Busse (Bündnis) hatten dafür Sebastian Rose vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat, Oliver Junk (CDU), Oberbürgermeister von Goslar, und den SPD-Landtagsabgeordneten Michael Höntsch gewonnen. Er ist als Abgeordneter der Beauftragte seiner Fraktion im Kampf gegen Rechts.

Rose betonte, dass es keine Obergrenze für Flüchtlinge geben dürfe. „Wir brauchen keine Rechtsverschärfungen und auch keine Absenkungen der Sozialleistungen“ sagte er. Die bundesweite Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen werde zumeist aus dem Großstadtfocus geführt. Dort würden die Asylsuchenden geballt untergebracht, zum Beispiel in Turnhallen. Für den ländlichen Bereich hingegen bedeute der Zuzug eine Bereicherung.

Eine Einschätzung, die Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk bekräftigt. Es sei ein Fehler, die Menschen dorthin zu stecken, wo schon viele sind. Die Stadt habe bereits 1000 Flüchtlinge untergebracht und könne weitere Tausend aufnehmen. Bislang habe es keine Probleme gegeben. Zwar sei es für Goslar zunächst finanziell eine große Herausforderung. Doch langfristig ermögliche der Zuzug es der Stadt, ihre Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Denn die Bevölkerungszahl sei in den vergangenen 13 Jahren um 4000 auf rund 50 000 gesunken.

„Allerdings müssen wir die Menschen so schnell wie möglich in Arbeit bringen“, betonte er. Der Bund sei gefordert, die notwendigen Voraussetzungen für Bildung und Ausbildung zu schaffen. In Berlin werde „zu viel Zeit verdaddelt“, um die Integration tatsächlich hinzukriegen. Goslar habe auch vom Zuzug der Russlanddeutschen profitiert.

SPD-Landtagsabgeordneter Michael Höntsch betonte, dass das Asylrecht für alle Menschen gelte. Wichtig in der Debatte und im Alltag sei es allerdings, auf die Sprache zu achten. Menschen seien keine Naturkatastrophe, daher sollte man zum Beispiel keinesfalls von Flüchtlingslawinen sprechen.

Von Jörg Rocktäschel

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