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Kein Gymnasialzweig: Oberschule zieht Antrag zurück

Barsinghausen Kein Gymnasialzweig: Oberschule zieht Antrag zurück

Die Lisa-Tetzner-Oberschule wird ihren Schülern vorerst kein gymnasiales Angebot machen können. Die Schulleitung hat ihren Antrag während der Schulausschusssitzung zurückgezogen, nachdem sich in der Debatte zuvor angedeutet hatte, dass es keine politische Mehrheit für den Wunsch nach einem Gymnasialzweig geben würde.

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Der kommissarische Schulleiter der Lisa-Tetzner-Schule, Friedhelm Farin, zieht nach intensiver Debatte den Antrag auf Einrichtung eines gymnasialen Angebots zurück.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Ganz aufgeben will die Oberschule ihr Ziel aber nicht. Der kommissarische LTS-Schulleiter Friedhelm Farin kündigte an, dass seine Schule nun auf weitere Gespräche mit der Stadt als Schulträger sowie den anderen weiterführenden Schulen im Stadtgebiet setze. „Das Thema sollte nicht zu einem Schul- oder Parteienstreit führen“, betonte Farin.

Zuvor hatte der kommissarische Schulleiter noch einmal erläutert, warum sich die Lisa-Tetzner-Schule ein gymnasiales Angebot für Schüler ab der neunten Klasse wünsche. „Wir sollten Kinder nicht zu früh aussortieren“, sagte Farin. Intention des LTS-Angebotes sei es nicht, ein Angebot mit Hinblick auf ein folgendes akademisches Studium zu entwickeln. Statt dessen solle den Jungen und Mädchen der Weg geebnet werden hin zu berufsbildenden Gymnasien und zu Schulen, „wo die Schüler ihren Weg machen werden“. Bei den Schulleitungen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Goetheschule (KGS) stieß das Anliegen der LTS auf Widerspruch. Die Stadt als Schulträger könne es sich in Zeiten knapper Kassen gar nicht leisten, Redundanzen zu schaffen, sagten HAG-Schulleiterin Silvia Bethe und KGS-Gymnasialzweigleiterin Diana Frenkel. „Es ist ein Trugschluss, dass es anderswo eine einfachere Variante der Sekundarstufe II gibt“, sagte Bethe und kritisierte die LTS-Idee, eigenen Gymnasialschülern dann den Weg auf andere, auswärtige Schulen weisen zu wollen. „Wir sollten lieber darauf hinarbeiten, dass alle Schüler in Barsinghausen bleiben und hier ihr Abitur machen“, sagte sie. Frenkel betonte zudem, dass die Schülerzahlen der vergangenen Jahre ein zusätzliches gymnasiales Angebot nicht hergäben. „Es gibt ein ausgeglichenes Angebot in Barsinghausen“, sagte die Schulzweigleiterin.

Ebenso ablehnend stehen die Verwaltung und die meisten Ratsfraktionen dem Wunsch der Oberschule nach einem zusätzlichen gymnasialen Angebot gegenüber. Schul-Fachdienstleiter Axel Heyerhorst sprach von einem zu befürchtenden "größeren Verdrängungswettbewerb zu Lasten anderer gymnasialer Angebote" in Barsinghausen. Bernhard Klockow (FDP) verwies darauf, dass sich die Situation in den vergangenen drei Jahren nicht verändert habe, seitdem der Beschluss zur Umwandlung der Haupt- und Realschule in eine Oberschule gefallen sei - damals ausdrücklich ohne Gymnasialzweig. "Es gibt keine neue Sachlage, das Angebot in Barsinghausen ist sehr gut", sagte Klockow. Gerald Schroth (CDU) argumentierte mit den tendenziell weiter sinkenden Schülerzahlen. "Die Möglichkeiten der Stadt sind limitiert, wir können nicht für jeden ein individuelles Angebot machen", sagte Schroth. Ziel müsse es erstmal sein, die Oberschule "auf einen guten Weg zu bringen".

SPD-Ratsherr Günter Gottschalk lehnte einen allgemeinen gymnasialen Zweig ebenfalls ab. "Über den müssen wir nicht diskutieren", sagte er. Interessant sei aber der Aspekt der besonderen beruflichen Orientierung. "Darüber könnte man nachdenken." Dem stimmte Susanne Held (Grüne) zu. "Wir würden gerne weiter beraten", sagte sie.

Deutlich wurde in der Diskussion, dass sich die Politiker eine möglichst enge Kooperation der weiterführenden Schulen in Barsinghausen wünschen. HAG-Schulleiterin Bethe berichtete, dass ihr Gymnasium der Lisa-Tetzner-Schule bereits mehrfach Angebote für Schüler gemacht habe, die ihre Schullaufbahn in einer Oberstufe fortsetzen möchten. Dazu gehöre etwa die Möglichkeit der Hospitation im Unterricht. "Diese Angebote sind aber nicht abgerufen worden", bedauerte Bethe.

Von Andreas Kannegießer

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