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Kein Platz im Deister für Bogenschützen

Barsinghausen Kein Platz im Deister für Bogenschützen

Zwei international erfolgreiche Bogenschützen aus Barsinghausen setzen sich für bessere Trainingsmöglichkeiten ein. Davon würden die Deisterkommunen auch touristisch profitieren, sind Rolf Kriesche (TSV Bantorf) und Lutz Koschoreck (Longbow Turkeys Barsinghausen) überzeugt.

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Setzen ich für bessere Trainingsmöglichkeiten für Bogensportler ein: Rolf Kriesche (TSV Bantorf, links) und Lutz Koschoreck (Longbow Turkeys Barsinghausen).

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. Koschoreck (55) ist mehrfacher Europameister und hat gerade die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Australien in der Klasse der historischen Bögen gewonnen. Kriesche (64) wurde dort sechster in der Klasse Langbögen Veteran. Auch bei Europameisterschaften ist er stets vorn. Die Trainingsmöglichkeiten bezeichnen beide als ungenügend. Über 100 Kilometer müsse jeder, der den Sport ernsthaft betreibt, mindestens fahren, um auf einem geeigneten Parcours zu trainieren.
„Dabei haben wir hier im Deister ein hervorragendes Geländepotential für einen 3-D-Parcours“, betont Koschoreck. Auf so einem Parcours könnte auf Tierfiguren aus Kunststoff in Originalgröße geschossen werden. Wichtig sei es, dass es wie bei den Wettbewerben tüchtig bergauf und bergab gehe. Bislang müssen die Bogenschützen in der Region auf Wiesen trainieren. Das entspreche bei weitem nicht den Wettbewerbsanforderungen. Lediglich der TSV Bantorf hat einen kleinen §-D-Parcours auf eigenem Gelände, doch das ist viel zu klein.
„Bogenschießen ist längst keine elitäres Vergnügen mehr. Es hat sich in den vergangen Jahren zum Breitensport entwickelt. Es gibt inzwischen Vereine, da sind die Bogenschützen stärker vertreten als Fußballspieler“, betont Kriesche. Sie alle würden von so einem Parcours profitieren. Allein in Barsinghausen gebe es rund 100 Bogenschützen, und auch in Garbsen und Wunstorf sei dieser Sport sehr populär. Auch dort fehlen vernünftige Trainingsmöglichkeiten.
„In Deutschland existiert es ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Im Norden gibt es kaum Unterstützung durch die Politik, im Süden gibt es sogar Parcours in Landschaft- und Naturschutzgebieten“, sagt Koschoreck. Es sei ein sehr naturnaher Sport.
„Wir Bogenschützen machen keinen Dreck, wir lärmen nicht, und für einen Parcours müssen keine Anlagen oder Strecken gebaut werden“, betont er. Zudem habe der Sport durch die Bewegung in der Natur hohe gesundheitliche Bedeutung, einen hohen Freizeitwert und werde sogar in Therapien und in der medizinischen Rehabilitation eingesetzt, ergänzt Kriesche.
Ein 3-D-Parcours würde sich zudem auch positiv auf den Tourismus auswirken. „Die Sportler bleiben nicht nur für einen Tag. Sie übernachten, gehen essen“, sagt er. Der Bereich in der Nähe des Geländes von TSV Bantorf sei ideal. Der Eigentümer sei einverstanden. „Wir waren fast schon einmal so weit, hatten das mündliche ok von der Naturschutzbehörde. Doch leider wurde diese Zustimmung gleich wieder zurückgezogen“, bedauert Kriesche. Dabei sei die Sorge, dass die Sportler weiträumig das Wild verscheuchen würden unbegründet, wie die Beispiele im Süden des Landes belegten: „Und selbstverständlich schießen wir nicht über Wege oder Kuppen, und nicht während der Brut- und Setzzeit.“

Von Jörg Rocktäschel

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