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Mann kassiert Knöllchen: Kennzeichen doppelt vergeben

Barsinghausen Mann kassiert Knöllchen: Kennzeichen doppelt vergeben

Endlich ist Schluss mit fremden Knöllchen, freut sich Wolfgang Böhme, Autofahrer aus Barsinghausen. Dreimal hat der 67-jährige Rentner innerhalb der vergangenen sechs Monate Post aus Hannover erhalten, sollte Strafzettel bezahlen, weil er sich angeblich nicht an die Regeln gehalten hat.

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Wolfgang Böhme und sein VW Caddy. Jetzt gibt es sein Kennzeichen wieder nur einmal.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. Zweimal falsch geparkt, einmal zu schnell gefahren, lauteten die Vorwürfe. Inzwischen ist bewiesen, Böhme war es nicht. Das Kennzeichen H-RW 1468, das seit vier Jahren an seinem brombeerfarbenen VW Caddy prangt, ist irrtümlich doppelt vergeben worden.

Das erste Mal wunderte sich Böhme im Oktober 2016 über einen Strafzettel. Er soll in der Landeshauptstadt falsch geparkt haben und zehn Euro dafür zahlen. „Ich musste erst auf der Karte nachsehen, wo die Straße überhaupt liegt, hatte noch nie davon gehört“, sagt Böhme. Er legte Widerspruch ein, konnte beweisen, dass sein Auto an dem angegebenen Datum, einem Donnerstag, auf dem Wochenmarkt in Barsinghausen stand. Außerdem wies Böhme in seinem Widerspruch darauf hin, dass er keinen silbergrauen VW Golf fährt, sondern einen Caddy.

Als nächstes soll Böhme in Hannover zu schnell gefahren sein. Anstatt der vorgeschriebenen 50 hatte er laut Beweisfoto 69 Kilometer pro Stunde. Allerdings zeigte das Bild nicht ihn. Wieder legte er Widerspruch ein, wies darauf hin, dass jemand mit einem gefälschten Kennzeichen unterwegs sein müsse. Denkbar wäre auch, dass Zahlen oder Buchstaben zum Teil unleserlich geworden sind.

„Ein Polizist hat sich sogar die Mühe gemacht und ist bei der Suche nach der Kennzeichenvergabe zehn Jahre zurückgegangen. Meines ist vor vier Jahren zum ersten und einzigen Mal vergeben worden“, sagt Böhme. In der Region gibt es ein zentrales EDV-Programm nach dem die Kennzeichen vergeben werden, allerdings ist darin Hannover nicht enthalten, sagt Susanne Zeitz, Fachdienstleiterin Bürgerservice bei der Stadt Barsinghausen. Eine doppelte Vergabe hält sie dennoch für sehr unwahrscheinlich, da die Daten abgeglichen werden.

Ein Mitarbeiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung in Hannover hat Böhme zugesagt, dass der Sache nachgegangen werde. Allerdings nicht schnell genug, denn drei Wochen später musste Böhme erneut einen Widerspruch einlegen, wieder wegen Falschparkens. „Es ist sehr ärgerlich, dass man sich selbst darum kümmern muss, die Unschuld zu beweisen“, urteilt er. Schließlich wurde der Fall doch aufgeklärt. Der Besitzer des VW Golf hatte aus Versehen falsche Kennzeichen prägen lassen. Es gab einen Zahlendreher in der vierstelligen Nummer, der weder bei der Herstellung noch in der Zulassungstelle aufgefallen war.

Von Jörg Rocktäschel

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