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Kritik an Trasse durch das Stadtgebiet

Groß Munzel Kritik an Trasse durch das Stadtgebiet

Der Widerstand gegen die wieder aufgelegten Pläne zum Bau einer ICE-Trasse zwischen Groß Munzel und Holtensen formiert sich. Politik, Verwaltung und auch betroffene Grundeigentümer sind sich nahezu einig: Die Neubaustrecke an dieser Stelle im nördlichen Barsinghäuser Stadtgebiet würde zu unzumutbaren Belastungen führen.

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Möglicherweise würde die geplante zweigleisige Neubaustrecke der Bahn im Bereich der Deponiestraße zwischen Groß Munzel und Holtensen verlaufen.

Quelle: Carsten Fricke

Groß Munzel. Die Stadtverwaltung hat den Entwurf einer Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 an das Bundesverkehrsministerium als derzeit zuständige Behörde formuliert. Darin wird auf die „hohe Umweltbetroffenheit“ des Bauprojekts und die Auswirkungen etwa auf das Trinkwasserschutzgebiet Forst Esloh hingewiesen. Die Stadtverwaltung erklärt, dass aus ihrer Sicht eine Verschiebung der Trasse nach Norden zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit führen würde, „da die vorhandene Ausbautrasse und die Lage des Mittellandkanals genutzt werden könnten“. So könne die Anzahl kostenaufwendiger Großbauwerke vermieden werden, argumentiert die Verwaltung.

Aus Sicht der Landwirtschaft seien die Pläne nicht akzeptabel, weil hochwertiges Ackerland zerschnitten werde, sagt Landvolk-Bezirksverbandsvorsitzender Arnd von Hugo aus Groß Munzel. „Wir haben schon wegen der Logistikpläne einen enormen Druck auf die Flächen hier“, sagt er. Zusätzlicher Flächenverbrauch sei „für die Landwirte nicht vorstellbar“.

Die Barsinghäuser SPD will demnächst eine gemeinsame Veranstaltung mit der SPD der Nachbarstadt Seelze zu den Trassenplänen organisieren. „Wir werden die Pläne so nicht akzeptieren und Einfluss nehmen auf die Entscheidungsträger“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Reinhard Dobelmann. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Gerald Schroth ist als Vorsitzender der Munzeler Bürgerinitiative für den ländlichen Raum in vorderster Front in die Opposition gegen das Vorhaben eingebunden.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch sieht „große Probleme in der geplanten Trassenführung“, da sie einen massiven Eingriff in die Stadtentwicklungsmöglichkeiten von Barsinghausen und Seelze darstelle. Miersch empfiehlt den betroffenen Kommunen zunächst, sich im laufenden Bürgerbeteiligungsverfahren mit fachlichen Einwänden zu beteiligen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth verweist auf den noch sehr frühen Verfahrensstand. Zurzeit würden Gespräche zwischen Bahn und Ministerium zum Thema geführt, berichtet Flachsbarth. „Die Bahn hat auch andere Optionen.“ Falls die Trasse unvermeidlich sei, „dann muss es einen optimalen Schutz für die Menschen im Wahlkreis geben“, sagt Flachsbarth. Aspekte des Landschafts-, Natur-, Umwelt- und Lärmschutzes müssten im weiteren Verfahren sehr genau geprüft werden.

Die geplante zweigleisige Neubaustrecke zwischen Seelze-Letter und Lindhorst (Landkreis Schaumburg) ist Teil des kombinierten Aus- und Neubaus der Bahntrasse zwischen Hannover und Bielefeld. Dieses Mammutprojekt zugunsten der Bahn-Infrastruktur wird nach ersten Kalkulationen rund 1,88 Milliarden Euro kosten. Ziel ist es, die Fahrzeit für Personenzüge auf dieser Strecke um etliche Minuten zu verkürzen und die gesamte Strecke – zu der auch die weiter nördlich im Bereich Seelze/Wunstorf verlaufende vorhandene Trasse gehört – auch für den Güterverkehr leistungsfähiger zu machen.

Von Andreas Kannegießer

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