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Kuroschs sammeln Flaschendeckel im Kampf gegen Polio

Egestorf Kuroschs sammeln Flaschendeckel im Kampf gegen Polio

Das Egestorfer Ehepaar Paul und Ilona Kurosch hat sich auf ungewöhnlich aufwendige Weise dem Kampf gegen die Kinderlähmung in der Dritten Welt verschrieben: Die Kuroschs beteiligen sich mit viel Engagement an der Aktion „Deckel gegen Polio“, bei der es darum geht, Flaschenverschlüsse aus Kunststoff zu sammeln. Der Erlös aus dem Verkauf von etwa 500 Flaschendeckeln an Recyclingunternehmen reicht für eine Schluckimpfung. Paul und Ilona Kurosch haben seit Juli bereits rund 150 000 Plastikdeckel gesammelt, das sind rund 300 Kilogramm Material. Sie wünschen sich, dass noch mehr Menschen als bisher auf die Aktion für den guten Zweck aufmerksam werden.

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Seit Juli haben Paul und Ilona Kurosch bereits rund 150.000 Flaschendeckel aus Kunststoff gesammelt.

Quelle: Andreas Kannegießer

Egestorf. Die Kuroschs sind erstmals in Spanien auf eine Sammelaktion von Kunststoffflaschendeckeln aufmerksam geworden. Spontan haben beide beschlossen, sich auch in Deutschland für die internationale Aktion zu engagieren, die ursprünglich von der Rotary-Organisation unter dem Motto „End Polio now“ gestartet worden war.

Bei seinem im Juli gestarteten Engagement geht das Egestorfer Ehepaar mit ungewöhnlich großem Zeitaufwand zu Werke: Paul und Ilona Kurosch haben Kontakt zum Egestorfer Edeka-Getränkemarkt Wunder und zum Trinkgut-Getränkemarkt in Barsinghausen aufgenommen und in beiden Geschäften sofort viel Unterstützung erhalten. Seitdem verbringt das Ehepaar zusammen rund 20 Stunden wöchentlich in den Getränkemärkten damit, die Flaschendeckel von den von Kunden zurückgebrachten Pfandflaschen abzuschrauben und einzusammeln.

Die Kuroschs wollen nicht einfach Geld spenden, sondern mit ihrem tatkräftigen Einsatz ein Zeichen setzen. „Wichtig ist uns, andere Menschen zu sensibilisieren für die Aktion“, sagt Paul Kurosch. Die Kinderlähmung sei in Nigeria, Pakistan und Afghanistan wieder auf dem Vormarsch. Eine Schluckimpfung, finanziert mit dem Verkauf von 500 Flaschendeckeln, könne einem Kind einen lebenslangen Schutz vor der oft tödlichen Infektionskrankheit bieten.

Die Sammelarbeit ist auch körperlich fordernd: Paul und Ilona Kurosch sind mit Pflastern gegen Blasen, Handschuhen und oft auch Handgelenkmanschetten ausstaffiert, wenn sie sich das Leergut bei Trinkgut und im Edeka-Getränkemarkt vornehmen. Die notwendigen Bewegungen seien mittlerweile fast automatisiert, berichtet Ilona Kurosch. „Wir schaffen etwa 500 Deckel pro Person und Stunde.“

In einem Schuppen in ihrem Garten am Kreuzkamp sammeln die Kuroschs die Plastikverschlüsse in großen Plastiksäcken. Regelmäßig fahren sie die Säcke dann zur nächsten regionalen Sammelstelle in einer Gesamtschule in Hannover-Wettbergen. „Das kann man nur machen, wenn man Rentner ist“, sagt Paul Kurosch. Der 70-Jährige und seine zwei Jahre jüngere Frau sind voller Tatendrang: „Wir machen weiter, so lange unsere Knochen mitspielen.“ Ihr Appell: Möglichst viele Verbraucher sollten die Aktion unterstützen, indem sie schon selbst die Deckel ihrer Getränkeflaschen sammeln. „Die Deckel können bei Trinkgut und im Edeka-Getränkemarkt abgegeben werden“, erläutern die Kuroschs.

Auch in Ihrem Vorgarten haben sie inzwischen einen Sammelbehälter aufgestellt. „Wir wünschen uns, dass uns der Abfallentsorger Aha dafür eine große Tonne zur Verfügung stellt“, sagt Paul Kurosch.

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Von Andreas Kannegießer

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