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Lahmann informiert Kommunalaufsicht

Barsinghausen Lahmann informiert Kommunalaufsicht

Bürgermeister Marc Lahmann hält einen Beschluss des Verwaltungsausschusses für rechtswidrig und hat die Kommunalaufsicht informiert. Es geht um die Errichtung einer Windenergieanlage auf Seelzer Gebiet. Dazu muss der Rat das Einvernehmen erklären. Der Verwaltungsausschuss hat dies schon getan.

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Alte Windkraftanlagen sollen gegen deutlich leistungsstärkere ausgetauscht, repowert, werden.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. Laut Flächennutzungsplan der Stadt Barsinghausen müssen solche Anlagen auf einer ausgewiesen Vorrangfläche für Windenergie stehen. Die geplante, 184 Meter hohe Anlage (WEA 8) auf Seelzer Gebiet reicht nach dem sogenannten Repowering mit den Rotoren jedoch auf eine Barsinghäuser Fläche hinein, die nicht dafür ausgewiesen ist.

Was nach einer Formalie klingt, hat allerdings Auswirkungen zum Beispiel auf den Wasserschutz. Der Standort grenzt unmittelbar an die Zone II des Wassserschutzgebietes Forst Esloh. In so einer Zone dürfen keine Anlagen errichtet werden.

„Für die Anlage müssen tiefe Fundamente errichtet werden. Außerdem ist nicht untersucht worden, wie das Trinkwasser im Havariefall geschützt werden soll“, sagt der Bürgermeister. In der Anlage werde viel Öl benötigt.
Welche Konsequenzen der Bericht des Bürgermeisters an die Kommunalaufsicht haben wird, ist noch unklar. Die Region Hannover vertrete die Ansicht, dass die Einspruchsfrist bereits abgelaufen sei, sagt Lahmann. Er sieht das anders.

Die Region habe mehrfach neue Unterlagen angefordert, zudem lägen für einige Bereiche noch keine Kartierungen vor. Somit sei das Verfahren noch nicht abgeschlossen, die Frist müsse automatisch verlängert werden.

Das Thema Artenschutz ist nach Ansicht von Lahmann in dem Gutachtens für den Standort der neuen Windenergieanlage auf Seelzer Gebiet unzureichend behandelt worden. So gebe es schon für die am Mühlenberg bestehenden 13 alten Anlagen keine Untersuchungen darüber, ob Fledermäuse gestört werden. Eine Genehmigung für die neue, deutlich leistungsstärkere Anlage dürfe nicht erteilt werden, bevor die Ergebnisse der Fledermauskartierungen für den Bereich vorliege, urteilt Lahmann.

Eine Erfassung aller Arten von Brutvögeln liege ebenfalls nicht vor. Aufgenommen seien lediglich Rotmilan und Rohrweihe. Beide Arten seien auf Grund möglicher Kollisionen mit den Rotoren gefährdet. Die notwendige Dokumentation über deren Vorkommen bezeichnet Lahmann als unzureichend und wenig aussagekräftig. Die Brutzeit des Rotmilans erstrecke sich  von März bis August. Es habe jedoch zwischen 30. Mai und 23. Juli lediglich acht anstatt von Methodenstandards geforderten 30 Begehungen gegeben.
Für die brütenden Rohrweihen werde der notwendige Abstand von 1000 Metern mit 450 deutlich unterboten. Feldlerchen, Wachteln und Kiebitze reagierten auf die Anlagen sensibel und werden den Bereich vielleicht verlassen. Dabei habe gerade das Vorkommen der Kiebitze dazu geführt, dass der Bereich als Gastvogelgebiet von landesweiter Bedeutung eingestuft worden sei, erinnert Lahmann.

Von Jörg Rocktäschel

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