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Auch Familie Struß muss Rücklagen angreifen

Egestorf Auch Familie Struß muss Rücklagen angreifen

Die Situation für Milchbauern, aber auch für Schweinehalter wird angesichts der dramatisch gesunkenen Erzeugerpreise für Milch und Fleisch immer bedrohlicher. Höfe wie der Milchviehbetrieb der Familie Struß in der Langreder Feldmark leben inzwischen längst von der Substanz.

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Der Egestorfer Junglandwirt Kai-Henrik Struß schildert eindringlich die aktuellen Probleme der Milchviehhalter.

Quelle: Andreas Kannegießer

Egestorf. Vertreter des Landvolks Niedersachsen haben am Montag auf dem Hof Struß eindringlich auf die aktuellen Probleme der Landwirtschaft hingewiesen. Die Situation ist geprägt von einem anhaltenden Preiskampf im Einzelhandel. Zugleich ist die internationale Nachfrage nach Milch aus Deutschland – auch wegen des Russland-Embargos und der Schwäche auf den asiatischen Märkten – derzeit sehr verhalten. Das führt dazu, dass Milcherzeuger wie die Familie Struß zurzeit nur etwa 25 Cent pro Liter Milch von der Molkerei erstattet bekommen. Das sind fast 15 Cent weniger als noch vor gut zwei Jahren.

„Wir legen jeden Tag Geld bei“, schilderte Betriebsleiter Kai-Henrik Struß vor Medienvertretern die Situation. Der 28-Jährige bewirtschaftet den Milchviehhof in der Feldmark in vierter Generation gemeinsam mit seinen Eltern Dorothee und Karl-Heinrich Struß sowie Bruder Chris-Ludwig. „Die Situation ist sehr frustrierend“, sagte Kai-Henrik Struß. Mit den aktuellen Milchpreisen kämen die Betriebe überhaupt nicht klar. „Wir leben von unseren Rücklagen und greifen das Eigenkapital des Betriebs an“, berichtete der Junglandwirt.

„Viele Betriebe haben ihren Optimismus verloren. Wir fühlen uns in die Zange genommen“, sagte Landvolk-Kreisverbandsvorsitzender Volker Hahn. Die Landwirtschaft fordert vom Lebensmitteleinzelhandel eine höhere Wertschätzung für ihre Produkte. Zugleich sei die Politik gefordert, die von ihr verursachten Marktstörungen zu beseitigen, hieß es. Die Familie Struß will sich auch in Zukunft mit viel Leidenschaft für ihren Hof und die Tiere engagieren. „Das liegt uns einfach im Blut“, sagt Karl-Heinrich Struß. „Aber es muss dringend etwas passieren, damit wir wieder Licht am Horizont sehen.“

Die Familie Struß betreut auf ihrem Hof insgesamt rund 260 Rinder, darunter 120 Milchkühe, die in einem hochmodernen, erst vor zwei Jahren gebauten Boxenlaufstall viel Bewegungsfreiheit genießen. Betriebsleiter Kai-Henrik Struß setzt auf größtmögliche Offenheit. „Wir wollen das Bild der bäuerlichen Landwirtschaft verbessern“, sagt der 28-Jährige. Er führt auf Anfrage jederzeit Besuchergruppen durch den Betrieb und teilt Neuigkeiten regelmäßig auf der neuen Facebook-Seite „Hof Struß – moderne Landwirtschaft mit Tradition“ mit.

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Von Andreas Kannegießer

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