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Flüchtlinge sollen auf grünen Zweig kommen

Groß Munzel Flüchtlinge sollen auf grünen Zweig kommen

Der Agrarsektor als Sprungbrett für Asylbewerber: Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen will Flüchtlingen über neue Qualifizierungsangebote den Berufseinstieg erleichtern. Gestern haben rund 50 interessierte Asylsuchende in Groß Munzel Landluft geschnuppert und sich dabei über Chancen informiert.

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Ein Blick auf die Masthähnchen: Asylbewerber und Integrationshelfer informieren sich in Groß Munzel bei Landwirt Arndt von Hugo über berufliche Einstiegsmöglichkeiten im Agrarsektor.

Quelle: Ingo Rodriguez

Groß Munzel. Berufsbilder in der neuen Heimat zeigen, betriebliche Abläufe vorstellen, Ausbildungsperspektiven, vielleicht sogar ein Sprungbrett bieten: Es sind ehrwürdige Ziele, die die Landwirtschaftskammer verfolgt. Trotzdem ist es mehr als eine gut gemeinte Integrationsbemühung. "Neben unserer gesellschaftliche Verantwortung stehen wir auch unter dem Druck des Fachkräftemangels", räumt Kreislandwirt Werner Meier ein.

Wie breit das Spektrum der Berufe und wie niederschwellig die Einstiegschancen sind, das können rund 50 Flüchtlinge aus ganz Hannover und Umgebung jetzt viel besser einschätzen. Sie sind mit Vertretern der Landwirtschaftskammer, der Landvolkverbände sowie mit Integrationshelfern und  Vertretern der Agentur für Arbeit mit einem Bus auf einer Rundreise durch den Süden der Region.

"Wir haben einen Betriebsmix mit grünen Berufen an mehreren Standorten vorbereitet", sagt Kammersprecher Walter Hollweg. Präsentiert werden den Flüchtlingen die Bereiche Ackerbau, Milchviehwirtschaft, Biogas, Obst- und Gemüseanbau, aber auch Gastronomie in einem Hofcafé. "Über Flüchtlingsinitiativen haben sich aus den Unterkünften rund 50 interessierte Asylsuchende angemeldet", sagt Lydia Vaske von der Kammer.

In Groß Munzel will sich die Besuchergruppe bei Landwirt Arndt von Hugo über Hähnchenmast informieren. Dort sind rund 40 000 Masthähnchen über einen Besucherraum durch ein Panoramafenster zu sehen. Über einen Dolmetscher kommen Landwirt und Gäste ins Gespräch. Wie man eingestellt werden kann, will ein junger Mann wissen. Auch die ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuerin Marlene Wolte  weiß: "Ich kenne viele, die sich eine Tätigkeit in der Landwirtschaft wünschen."

Von Hugo erklärt, wie das funktionieren könnte: "Es gibt viele Jobs: Betreuung der Tiere, der Technik, Stallwäsche", sagt er. Es gibt aber auch Voraussetzungen. "Spaß an der Arbeit mit Tieren, Zuverlässigkeit", so von Hugo. Der Einstieg soll unkompliziert sein: Derzeit bereitet die Kammer Qualifizierungsmaßnahmen vor - darunter einwöchige Fachlehrgänge, auch für Geflügelhaltung. "Danach ein Praktikum, dann kann man sich über ein festes Arbeitsverhältnis unterhalten", beschreibt von Hugo exemplarisch eine Möglichkeit im Agrarsektor.

Der Geschäftsbereichsleiter der Kammer, Stefan Ortmann bestätigt das. Es gehe nicht einfach darum Hunderte von Flüchtlingen in Arbeit zu vermitteln. Ohnehin können Asylbewerber erst nach 15 Monaten Aufenthalt ohne Vorrangprüfung eine feste Beschäftigung aufnehmen. "Vielmehr wollen wir mit erfolgreichen Lehrgängen und Praktika Schule machen - und bei Flüchtlingen wie Landwirten Interesse wecken."

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