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Millionenaufwand für Grabungen in Munzel

Groß Munzel Millionenaufwand für Grabungen in Munzel

Eineinhalb Jahre lang haben die archäologischen Untersuchungen im Untergrund des geplanten Logistik-Gewerbegebiets nördlich von Groß Munzel gedauert. Einem ersten Zwischenbericht der Grabungsfirma zufolge sind dabei die Reste einer eisenzeitlichen Siedlung dokumentiert worden. Allerdings zu einem hohen Preis: Die Untersuchung hat mehr als 1,4 Millionen Euro gekostet.

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Eineinhalb Jahre lang haben Experten den Untergrund des künftigen Logistik-Gewerbegebiets nördlich von Groß Munzel archäologisch untersucht.

Quelle: Archiv

Groß Munzel. Die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene archäologische Untersuchung von größeren Bauflächen geht zu Lasten des Grundeigentümers. In Munzel ist das die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG), die in Kooperation mit der Stadt Barsinghausen das Logistik-Gewerbegebiet erschließt und vermarktet. Nach den Worten von HRG-Projektleiter Sven Kanngießer steigt der Verkaufspreis für die künftige Gewerbefläche infolge der Grabungen um etwa sechs Euro pro Quadratmeter. Kanngießer spricht von einem „Extremfall“. Derzeit gebe die Nachfrage auf dem Grundstücksmarkt diesen Aufschlag wahrscheinlich her. „Ansonsten hätten wir ein Problem.“

Laut Grabungskurzbericht hat die Fachfirma ArchaeoFirm ein 13,6 Hektar großes Areal in Groß Munzel zwischen Februar 2015 und August 2016 an 352 Arbeitstagen mit jeweils 5 bis 16 Mitarbeitern untersucht. Insgesamt seien 3424 Tagewerke angefallen. Bei den Untersuchungen sind laut Bericht 8088 Befunde dokumentiert worden, zumeist Reste von Pfosten sowie Abfall-, Wirtschafts- oder Kellergruben. Geborgen haben die Archäologen unter der Ackerfläche vor allem Scherben von handgeformter Keramik, Brandlehmstücke, Holzkohle, Feuersteingeräte und wenige Knochenfragmente. Auch Schmelztiegel sowie Eisen- und Bronzegegenstände wie Lanzenspitzen und Nadeln sind ausgegraben worden. Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf war am Montag für eine Bewertung der Grabungsergebnisse nicht erreichbar.

Die Stadt Barsinghausen gehört zu den Kritikern der langwierigen und teuren Arbeiten. Bürgermeister Marc Lahmann hatte bereits mehrfach bezweifelt, dass der archäologische Erkenntnisgewinn den Millionenaufwand tatsächlich rechtfertigen kann. Die Stadtverwaltung denkt seit Jahren darüber nach, ob die Einstellung eines eigenen Archäologen eine Möglichkeit wäre, die Kosten zu reduzieren. Diese Idee werde weiterhin verfolgt, sagt Bau-Fachbereichsleiter Tobias Fischer.

Von Andreas Kannegießer

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