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Mountainbiker wünschen sich mehr Trails

Barsinghausen/ Wennigsen Mountainbiker wünschen sich mehr Trails

Die im Deister aktiven Mountainbiker wünschen sich mehr als die bisher zwei offiziell befahrbaren Downhill-Trails an den Hängen des Höhenzuges. Die Region Hannover ist nicht abgeneigt, allerdings ziehen sich die Prüfungen und die Gespräche zwischen Mountainbikern und Behörden seit vielen Monaten hin – offenbar, weil eine ganze Reihe von Detailprobleme noch ungelöst ist.

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Die Mountainbike-Trails im Deister ziehen inzwischen Sportler von weither an.

Quelle: Privat

Barsinghausen/ Wennigsen. Der Mountainbikerverein Deisterfreun.de betreibt zurzeit in Form eines befristeten Pilotprojekts die beiden Trails mit den Namen „Ü30“ und „Ladies only“. Diese Trails sind von den Landesforsten gepachtet und dürfen seit November 2014 offiziell genutzt werden.

„Wir wünschen uns mehr Trails“, sagt Deisterfreun.de-Sprecher Mirko Haendel. Der Verein hat ein festes Bauteam damit beauftragt, die offiziellen Trails in Schuss zu halten. Das Bauteam würde sich auch um den Ausbau zusätzlicher Trails kümmern. „Da nur Material verwendet werden darf, das vor Ort zu finden ist, ist das sehr aufwendig“, erläutert Haendel. Deshalb müsse sorgfältig überlegt werden, wie viele Trails für den Verein maximal handhabbar seien. „Wir gehen davon aus, dass wir zurzeit sechs bis acht Strecken gleichzeitig betreiben könnten.“ Die Trails müssten unbedingt sicher sein, betont 
Haendel.

Die Region Hannover hat das bisherige Pilotprojekt intensiv begleitet. Ein Ingenieurbüro zählt und befragt regelmäßig die Nutzer der Downhill-Strecken, dokumentiert bauliche Veränderungen und liefert Einschätzungen zu Konfliktpunkten. Teil des sogenannten Monitoring ist auch eine Untersuchung der Folgen der sportlichen Nutzung der Trails aus naturschutzfachlicher Sicht. Regionssprecher Klaus Abelmann verweist darauf, dass eine abschließende Bilanz noch nicht gezogen worden sei. Das Monitoring sei bis zum Jahresende verlängert worden. „Bislang haben wir aber keine größeren Schäden registriert“, sagt Abelmann. Die Region sei deshalb optimistisch, dass für etwaige Probleme, die sich aus der Nutzung durch die Mountainbiker ergeben könnten, „gemeinsam mit den Landesforsten und den Deisterfreunden Lösungen gefunden werden“.

Falls die Zahl der offiziellen Mountainbike-Trails im Deister erhöht werden sollte, könnten möglicherweise einige der bisher illegal genutzten Strecken aufgewertet werden. „Es gibt bestimmt 20 bis 30 illegal angelegte Trails im Deister“, sagt Haendel. Auch die Region hält es für sinnvoll, dass gegebenenfalls bereits vorhandene Downhill-Trails in die offizielle Streckenliste aufgenommen werden. „Dies bedarf aber eingehender naturschutzfachlicher Prüfungen und vor allem weiteren Gesprächen mit den Waldeigentümern“, betont Regionssprecher Abelmann.

Gespräche mit den Sportlern über die Zukunft des Mountainbike-Projekts waren zuletzt mehrfach verschoben worden. „Wir warten auf ein weiteres Treffen“, sagt Haendel. Für Ende dieser Woche ist nun ein Gespräch angesetzt, in dem es vor allem um ein von den Deisterfreunden geplantes Sommerfest gehen soll. Die Mountainbiker wollen das Fest am Sonnabend, 13. August, auf dem Parkplatz am Nienstedter Pass ausrichten. Die Sportler wünschen sich, dass dann weitere Institutionen wie die Region, Naturschutzverbände und die Forstverwaltung mit von der Partie sind, um Informationen zu geben und Einigkeit mit den Mountainbikern zu demonstrieren.

Zu den ungeklärten Problemen rund um das Mountainbike-Projekt gehört dem Vernehmen nach immer noch die Haftungsfrage. Ein Rechtsgutachten soll nun klären, wer zahlen muss, falls Sportler oder Spaziergänger im Zusammenhang mit dem Mountainbikesport auf den offiziell kartierten Strecken Schäden erleiden sollten.

Auch wenn die Zukunft der offiziellen Mountainbikestrecken noch nicht endgültig sicher ist, gibt es offenbar schon Auswirkungen auf den Tourismus. Vermieter von Ferienwohnungen in Barsinghausen berichten über Gästegruppen aus ganz Norddeutschland, die an Wochenenden zum Mountainbiken an den Deister kommen und hier übernachten. Die Hannover Marketing- und Tourismus-Gesellschaft (HMTG) nutzt den Mountainbike-Sport bereits für die Werbung: Ein Biker auf einem Downhill-Trail ist eins der Motive auf einem Plakat, mit dem Fachkräfte in die Region Hannover gelockt werden sollen.

Von Andreas Kannegießer

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