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Nach dem Auslandseinsatz kommt die Angst

Barsinghausen Nach dem Auslandseinsatz kommt die Angst

Der ehemalige Zeitsoldat Danny Brodersen sucht Soldaten, um sich mit ihnen über die Erfahrungen auszutauschen, die sie mit dem sogenannten Wehrdienstbeschädigungsverfahren gemacht haben.

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Das Foto zeigt Danny Brodersen als Soldat 2009 in Afghanistan. Im Hintergrund ist der verunglückte Transportpanzer Fuchs zu sehen.

Quelle: privat

Barsinghausen. Das Verfahren wird von der Bundeswehr eingeleitet, wenn ein Soldat einen Zusammenhang zwischen Gesundheitsstörungen und Einsätzen vermutet. Brodersen war 2008 im Kosovo im Einsatz und 2009 in Afghanistan. Er hatte sich freiwillig gemeldet.

Er hat erlebt, wie Kameraden beschossen wurden, gehörte zur Besatzung eines Transportpanzers Fuchs, der in Afghanistan weitab von irgendwelchen Siedlungen verunglückte. Stundenlang mussten sie unter ständiger Anspannung und Sorge vor Angriffen in der Hitze der Wüste auf Hilfe warten. In schlechter Erinnerung hat er auch die Zeit, als er einen feindseligen Taliban bewachen musste. Inzwischen arbeitet er als selbstständiger Trockenbauer und leidet seit Jahren unter Angstzuständen. Behandlungen während der Bundeswehrzeit brachten keine Besserung. Menschenansammlungen kann er nicht ertragen. Schweißausbrüche, Herzrasen, Atemnot sind die Folge. Auch wenn er Berichte über Kriege sieht oder auf seine Bundeswehrzeit angesprochen wird, stellen sich diese Symptome ein.

Vor eineinhalb Jahren hat Brodersen einen Antrag gestellt. Er hofft auf Unterstützung vom Bund, kann sich als Ein-Mann-Betrieb nicht einmal eine Kur leisten: keine Arbeit, keine Einnahmen. Doch die Bearbeitung ziehe sich hin.

Zeugen für die Vorfälle, die ihre schriftlichen Aussagen zur Bestätigung der Vorfälle längst abgeschickt hätten, würden erneut aufgefordert, dies zu tun. Er müsse belegen, wer wann welche Einsätze befohlen habe, und wo er war. „Das muss die Bundeswehr doch selbst wissen. Stattdessen wurden von mir gemachte Angaben zu Einsätzen auch noch verwechselt, sodass nun weitere Zeit verstreicht“, sagt Brodersen.

Er hofft, auf diesem Wege Kontakte zu Soldaten zu erhalten, denen es ebenso geht, oder die Tipps geben können. Die Redaktion (barsinghausen@haz.de) leitet Adressen und Hinweise an Danny Brodersen weiter.

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