Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Name vertauscht: Syrer sollte 60 Euro zahlen

Barsinghausen Name vertauscht: Syrer sollte 60 Euro zahlen

Wassim Abou Alsel aus Syrien lebt seit Oktober 2015 in Deutschland und bemüht sich, alle Regeln in seiner neuen Heimat penibel zu befolgen. Eine Verwechslung von Vor- und Nachnamen auf seiner Bahnfahrkarte brachte ihm jedoch den Vorwurf eines Täuschungsversuches ein – und die Forderung der Deutschen Bahn AG, ein Strafticket von 60 Euro zu bezahlen.

Voriger Artikel
Unterkünfte sind Mitte August fertig
Nächster Artikel
Mehr als 100 Kinder beim Fespowo-Auftakt

Wassim Abou Alsel zeigt seine Region-S-Berechtigungskarte.

Quelle: Frank Hermann

Barsinghausen. Zunächst wusste der 27-Jährige überhaupt nicht, warum er vom Fahrkartenkontrolleur in der S-Bahn von Barsinghausen nach Hannover zur Seite genommen wurde.

"Wassim spricht kaum Deutsch. Erst später wurde ihm klar, dass er beim Ausfüllen der Monatskarte seinen Vor- und Nachnamen verwechselt und falsch eingetragen hatte. Darüber ist der Kontrolleur beim Abgleich mit der Berechtigungskarte von der Region offenbar gestolpert“, sagt Daniela Scheibe, Leiterin der Labora-Jugendwerkstatt, die den jungen Flüchtling bei seiner Integration betreut.

Allerdings sei es kaum nachvollziehbar, warum eine simple und offenkundige Verwechslung von Vor- und Nachnamen solche ärgerlichen und für den jungen Syrer auch teuren Folgen haben soll. "Ich habe mich sehr darüber geärgert, dass ich 60 Euro bezahlen soll, obwohl ich eine richtige Fahrkarte habe. Das ist ungerecht", sagt Wassim, der laut Daniela Scheibe die Strafe auch gezahlt hätte.

"Nur um Ärger zu vermeiden und um nicht weiter aufzufallen. Aber das wäre nicht in Ordnung, und darum habe ich für ihn Einspruch eingelegt", betont die Labora-Betriebsleiterin.

Dabei stellt sich heraus: Die Berechtigungskarte enthielt noch eine alte Garbsener Adresse von Wassim. "Die Region-S-Karte wurde von der ausstellenden Stelle falsch ausgefüllt. Da auch der Name falsch geschrieben wurde, war der Mitarbeiter im Zug der Annahme, dass die Berechtigungskarte falsch sei“, erklärt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

Mittlerweile habe die Bahn den Vorgang gegen Wassim eingestellt.

Von Frank Hermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6spabpzubjsctq3jk5w
Neuer Eingangsbereich für das Deisterbad

Fotostrecke Barsinghausen: Neuer Eingangsbereich für das Deisterbad

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de