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Riesiger Findling erhält neuen Platz

Ostermunzel Riesiger Findling erhält neuen Platz

Die Region Hannover lässt den riesigen Findling, auf den Landwirt Hans-Heinrich Voges im August 2014 nahe Ostermunzel beim Pflügen gestoßen ist, bergen und macht ihn der Öffentlichkeit zugänglich.

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Nun steht es fest: Der Findling, das Naturdenkmal von Ostermunzel, wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Quelle: Jörg Rocktäschel

Ostermunzel. Er wird voraussichtlich schon im März etwa einen Kilometer von der Fundstelle entfernt auf dem Mühlenberg aufgestellt. Der neue Standort für den Gneis-Felsblock liegt direkt an einem beliebten Fahrradweg. Die Stelle wird gern als Rastplatz genutzt. Der pensionierte Landwirt Heino Borges hat den Bereich originell gestaltet.

„Es handelt sich um einen bemerkenswerten und für Niedersachsen äußerst seltenen Fund, der viel über die Erdgeschichte erzählen kann“, betont Professor Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover: „Den eindrucksvollen Stein wollen wir daher an einem Ort zugänglich machen, der für die Öffentlichkeit gut erreichbar ist.“

Der Stein hat einen Umfang von rund zehn Metern und stammt aus Skandinavien, von wo er wahrscheinlich vor mehr als 200 000 Jahren während der Saale-Eiszeit von Gletschermassen und Schmelzflüssen in das Deistervorland geschoben worden ist. Das Gewicht des Findlings, der auf einem Acker von Sigrid Köppen liegt, wird auf über 50 Tonnen geschätzt. Zur Bergung beauftragt die Region Hannover ein darauf spezialisiertes Unternehmen, das den Stein mit einem Kran zu seinem Ausstellungsplatz bewegt. Die Kosten für die Verlagerung betragen etwa 15 000 Euro und werden von der Region getragen.

Laut Gesetz müssen Findlinge mit mehr als zwei Metern Durchmesser den Behörden gemeldet werden. Die Region hatte nach der Entdeckung weitere Untersuchungen veranlasst. Schon aufgrund seiner Größe gilt der Findling als Naturdenkmal, ein natürlich entstandenes Landschaftselement, das unter Naturschutz steht. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat zudem festgestellt, dass der Felsblock alle Anforderungen zur Anerkennung als Naturdenkmal erfüllt.

Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler und die Deutsche Geologische Gesellschaft haben den Gneis zum „Gestein des Jahres 2015“ erklärt. Der Fund von Ostermunzel wurde als bedeutendes Beispiel in Fachpublikationen erwähnt. Gneis-Findlinge dieser Größe sind im südlichen Niedersachsen nur ganz selten anzutreffen.

Der Felsbrocken ist ein bis zwei Milliarden Jahre alt. Er hat sich über einen sehr langen Zeitraum in großer Tiefe bei extremen Druck- und Temperaturbedingungen aus unterschiedlichen Ursprungsgesteinen gebildet. Diese Ursprungsgesteine können Sedimente oder Verwandte des durch Schmelzprozesse gebildeten Granits sein. Die Geowissenschaftler, die die schon fast kriminalistische Aufgabe vor sich haben, diesen Ursprung zu identifizieren, müssen sich einzelne Minerale und das Gefüge des Gneises genau anschauen, um die Bildungsbedingungen und die Geschichte des Gesteins zu ergründen.

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Gneis von Ostermunzel
Der Gneis ist vor anderthalb Jahren entdeckt worden.

Am 17. April, einem Freitag, wird es in der Feldmark auf dem Gebiet des Barsinghäuser Ortsteils Ostermunzel einen Massenandrang geben. Um 14 Uhr soll dort die Bergung des größten Findlings beginnen, der bisher in der Region Hannover aufgetaucht ist. Er war vor anderthalb Jahren entdeckt worden.

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