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Rolf Kriesche fährt zur Weltmeisterschaft

Barsinghausen Rolf Kriesche fährt zur Weltmeisterschaft

Die australische Stadt Wagga Wagga in New South Wales ist in der letzten Septemberwoche das Ziel von Rolf Kriesche. Dort werden die Weltmeisterschaften im Bogenschießen ausgetragen, und der Bogensportwart des TSV Bantorf ist dabei.

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Rolf Kriesche schätzt beim traditionellen Bogenschießen die Kombination aus Jagd und mentalem Training.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. „Dies Jahr ist das Jahr des Bogensports“, sagt Kriesche, denn die Europameisterschaften im Juli in Saalbach Hinterglemm in Österreich sind ebenfalls in seinem Kalender markiert. Für den 63-jährigen Barsinghäuser bedeutet dies „üben, üben, üben. Nach einem Wochenende im Harz hätten ihm die Finger wehgetan, und das sei ein Zeichen von Trainingsrückstand.

Kriesche ist Mitglied im Deutschen Feldbogenverband, tritt mit traditionellem Bogen an. Der hat keine Hilfsmittel, wie Zielvorrichtung, Stabilisatoren oder Wasserwaage. Das kommt der Jagd, dem ursprünglichen Einsatzgebiet des Bogens am nächsten, und das schätzt er.

Den Sport vermittelt er im Verein und beim therapeutischen Bogenschießen. Geschossen wird nicht nur auf Scheiben, sondern auch auf Tierfiguren aus Kunststoff in Originalgröße – von der Ratte über Rotwild bis zum Wildschwein. Übergewichtige, Herzinfarktpatienten und gewaltbereite Jugendliche profitieren davon. „Die einen trauen sich nicht, sich viel zu bewegen. Doch die Bewegung in der frischen Luft, ist gut für den Muskelaufbau. Die anderen haben Erfolgserlebnisse ohne Aggressionsrausch“, erläutert er.

Zudem mache es Spaß, beim Wandern bergauf, bergab, die Ziele ständig neu fokussieren zu müssen. Dann hat jeder nur einen Schuss. „Bei einer echten Jagd würde das Reh ja auch keinen zweiten Schuss abwarten, wenn der erste daneben ging.“

Rolf Kriesche hat mehrere Berufe. Er war Betriebsschlosser und Schmied, Beamter im Justizvollzug – „Die schlimmste Zeit meines Lebens, und das nicht wegen der Gefangenen“. Er holte das Abitur nach, studierte Sozialpädagogik und arbeitet seit nun 27 Jahren beim Jugendamt der Stadt Hannover. Auf dem Erlebnishof WaKiTu, dem WaldKinderTummelplatz in der Eilenriede, hat er den Bogensport für sich entdeckt. Die Leidenschaft ließ ihn nicht mehr los.

Seine bislang beste Position war ein siebter Platz im Langbogenschießen bei den Weltmeisterschaften 2000. Nach Australien wird er 50 bis 60 Pfeile mitnehmen. Die meisten baut er selbst: „Wenn man verschießt, können Pfeile kaputt gehen. Und welche nachzukaufen, gelingt nicht immer.“ Gefördert wird der Sport nicht. Die Kosten tragen die Teilnehmer selbst, und daher wird Kriesche Wettkampf und Urlaub verbinden.

Von Jörg Rocktäschel

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