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App hilft an Depression leidenden Menschen

Barsinghausen App hilft an Depression leidenden Menschen

Die Robert-Enke-Stiftung mit Sitz in Barsinghausen wird im Herbst eine kostenlose Applikation (App) für Smartphones ins Internet stellen, die unter Depressionen leidenden Menschen sowie Angehörigen und Freuden Hilfen bietet.

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Tilman Zychlinski (links) und Jan Baßler kündigen für den Herbst die neue SOS-Notruf-App für Smartphones an.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. „Teresa Enke wird die App am 11. Oktober vor dem Länderspiel Deutschland gegen Nordirland in Hannover präsentieren“, sagt Geschäftsführer Jan Baßler. Sie ist die Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung. Deren Ziel ist es, zur Aufklärung, Erforschung und Behandlung der Krankheit Depression beizutragen. Außerdem werden Maßnahmen und Einrichtungen für an Herzkrankheiten leidende Kinder gefördert.

Die App enthält mehrere Komponenten. Der Nutzer kann einen Selbsttest machen und erhält eine Empfehlung. Die kann lauten: „Du brauchst Hilfe.“ Dann kann er sich zum Beispiel an die Beratungshotline seelische Gesundheit wenden. Dort meldet sich ein Facharzt. Für die Hotline kooperiert die Stiftung bundesweit mit neun Uni-Kliniken und zahlreichen ambulanten Sportpsychologen. Die Hilfesuchenden sollen innerhalb weniger Tage einen Arzttermin vor Ort erhalten.

Mit der App, die selbstverständlich Informationen über die Krankheit enthält, können zudem über einen längeren Zeitraum Stimmungsbilder protokolliert werden, und der Nutzer kann einen SOS-Notruf absetzen. Sollte er nicht in der Lage sein zu sprechen, kann die angerufene Adresse den Standort feststellen und sofort Hilfe schicken. Diese Funktion ist jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen nur möglich, wenn der Nutzer ausdrücklich zugestimmt hat.

Der Nutzer kann zudem mit anderen Gesprächsgruppen bilden. „Das Menü ist sehr einfach“, versichert Baßler. „Die App wurde von der Firma mob.fish in Wolfenbüttel entwickelt, das Sicherheitssystem und der Notruf stammen von der Firma migardo in Hannover“, ergänzt Stiftungsmitarbeiter Tilman Zychlinski. Die mehrfach als Werbeagentur des Jahres ausgezeichnet Agentur Jung von Matt aus Hamburg wird dafür sorgen, dass das neue Angebot schnell bekannt wird. Sie unterstützt die Robert-Enke-Stiftung mit einer groß angelegten Kampagne.

Die Robert-Enke-Stiftung ist am 15. Januar 2010 vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), dem Ligaverband (Die Liga – Fußballverband) und Hannover 96 ins Leben gerufen worden. Vorstandsvorsitzende ist Teresa Enke, die Witwe des Fußball-Nationaltorwarts und Torwarts von 96, Robert Enke. Er hatte sich am 10. November 2009 das Leben genommen. Am 17. September 2006 war die gemeinsame, herzkranke Tochter Lara kurz vor ihrem zweiten Geburtstag nach einer Operation gestorben.

Der das Leben liebende, bescheidende, einfühlsame und zurückhaltende Robert Enke verfiel in Depressionen. Viele Menschen in seinem Umfeld bemerkten nicht, wie heftig und plötzlich die düsteren Gedanken der Krankheit über ihn hergefallen waren. Die Stiftung hat den Anspruch, gegen beide Tragödien seines Lebens zu kämpfen, für die Unterstützung herzkranker Kinder ebenso wie gegen Depressionen.

Von Jörg Rocktäschel

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