Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
SPD will mehr Unterstützung für Flüchtlingshelfer

Barsinghausen SPD will mehr Unterstützung für Flüchtlingshelfer

Wie sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um die Zuwanderung von Flüchtlingen zu meistern, und was muss getan werden, damit Integration gelingt? Auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch haben rund 70 SPD-Mitglieder und Gäste darüber in der Barsinghäuser Waschkaue diskutiert.

Voriger Artikel
Die Grünen wählen ihre Kandidaten
Nächster Artikel
Schauspieler taufen das Schiff von Käpt'n Hook

Über Flüchtlingspolitik und Integrationsanstrengungen diskutieren die SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby (links) und Matthias Miersch (rechts) sowie Sybille Bruchmann-Busse und Jan Pommerehn.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Das Ergebnis der engagiert geführten Diskussion scheint eindeutig: Der Staat müsse noch mehr Anstrengungen unternehmen, meinen die Sozialdemokraten. Es gelte, mehr Geld in Sprach- und Integrationskurse zu investieren. Zudem müsse es mehr Unterstützung für die vielen ehrenamtlichen Helfer geben, die sich um Flüchtlinge kümmern.

Auf dem Podium saßen neben Miersch dessen SPD-Bundestagskollege Karamba Diaby aus Halle (Sachsen-Anhalt), Sybille Bruchmann-Busse vom Bündnis Barsinghausen ist bunt und der Sprecher der Bantorfer Initiative "Willkommen neue Nachbarn", Jan Pommerehn. Derzeit lasse zwar der Druck von außen auf die deutschen Grenzen nach, sagte Miersch. "Aber alle liegen schief, die meinen, das sei es gewesen." Hauptaufgabe der Politik sei nun, dass die Kommunen "im nächsten Schritt nicht alleine gelassen werden", erläuterte Miersch. Aus Sicht von Diaby, eines Deutschen mit senegalesischen Wurzeln, steht die Gesellschaft bei der Frage, wie Integration organisiert werden kann, "vor einer großen Herausforderung". Es gelte, Konzepte zu entwickeln "im ehrlichen Dialog mit allen Bürgern". Für einen wichtigen Baustein hält der promovierte Chemiker dabei ein Einwanderungsgesetz, wie er betonte.

Sybille Bruchmann-Busse berichtete von der Arbeit des Bündnisses und dessen Zielen. "Wir müssen den Demokraten den Rücken stärken", sagte sie. In der Flüchtlingsdebatte müsse Kräften wie Pegida und der AfD etwas entgegengesetzt werden. "Wir befinden uns keineswegs in einem chaotischen Zustand in diesem Land", betonte Bruchmann-Busse. Sie plädierte dafür, dass ehrenamtliche Helfer und Gruppen in der Flüchtlingsarbeit "gestärkt und noch intensiver wertgeschätzt werden".

Der engagierte Flüchtlingshelfer Pommerehn forderte mehr Sprachkurse, kleinere Gruppen in den Integrationskursen und mehr Kindergartenplätze. Die Bereitschaft zu sozialer Integration bei den Flüchtlingen sei groß, berichtete er. Die Vermittlung der deutschen Sprache sei ein besonders wichtiges Thema. Wenn das nicht gelinge, "frustrieren wir die Integrationsbereitschaft". Pommerehn rief dazu auf, dass sich noch viel mehr Menschen im Bereich der Flüchtlingshilfe engagieren und damit einen kleinen Teil der Verantwortung übernehmen sollten. "Integration kann nur gelingen, wenn sich alle reinhängen."

Miersch betonte, dass es auch eine große Herausforderung sei, die "zwei Welten" in der Gesellschaft zusammenzuführen: die der Befürworter von Flüchtlingshilfe und die der Kritiker und Menschen, die auf die Entwicklung mit Ängsten reagieren. "Wir dürfen niemanden verloren geben", sagte der Abgeordnete. "Jeder muss auch über Ängste und negative Erfahrungen sprechen können." Diaby sieht den Schlüssel in mehr finanziellen Anstrengungen. "Wir müssen investieren, das ist die Zukunft", sagte er.

Von Andreas Kannegießer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6snqo7zf9t31iw3exj21
Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Fotostrecke Barsinghausen: Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de