Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
SPD will nicht mit AfD diskutieren

Barsinghausen SPD will nicht mit AfD diskutieren

In der Riege der Barsinghäuser Ratsfraktionsvorsitzenden herrscht Betroffenheit darüber, dass offenbar aus ihrer Mitte heraus mindestens zwei interne Mails an den AfD-Stadtverband weitergeleitet worden sind. „Das ist eine ziemlich schäbige Geschichte“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Messing.

Voriger Artikel
Junge Artisten freuen sich auf die Gala
Nächster Artikel
Kleinkraftradfahrer hatte Kokain konsumiert

Die Vorsitzenden der Barsinghäuser Ratsfraktionen würden gerne wissen, wer aus ihren Reihen mindestens zwei vertraulich versandte Mails an die AfD weitergeleitet hat.

Quelle: Archiv (Symbolfoto)

Barsinghausen. Die AfD hatte die Mails, in denen es um den Umgang der etablierten Parteien mit den Rechtspopulisten geht, zu Wochenbeginn auf ihrer Homepage veröffentlicht. „Schade, dass da jemand ist, der der AfD offenbar so nahe steht“, sagt Messing. Der Vorgang habe „Vertrauen zerstört“. Nach den Worten des Fraktionsvorsitzenden ist die SPD im Kommunalwahlkampf nicht bereit, mit der AfD zu diskutieren. Für ihn sei die AfD keine demokratische Partei, sagt Messing. „Die stehen in der rechten Ecke, und da wollen wir sie nicht herausholen.“

Die Barsinghäuser Grünen sehen das anders. „Die AfD zu ignorieren bringt gar nichts“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Röver. „Wir müssen uns mit deren Argumenten auseinandersetzen, so dumm sie auch teilweise sein mögen.“ Die Weitergabe der E-Mails beurteilt Röver als „brisanten Vorgang“. „Alle Demokraten sollten jetzt zusammenstehen“, wünscht er sich.

CDU-Fraktionsvorsitzender Roland Zieseniß kritisiert die Weiterleitung ebenfalls als Vertrauensbruch. Zum Umgang mit der AfD im Wahlkampf habe die CDU noch keine Entscheidung getroffen, sagt Zieseniß. „Ich persönlich glaube, man muss sich seinen politischen Gegnern stellen“, betont der Christdemokrat.

FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow ist überzeugt davon, dass die E-Mails aus dem überschaubaren Kreis der Fraktionsvorsitzenden weitergegeben worden sind. „Ich bin darüber konsterniert und zutiefst betroffen“, sagt er. Klockow plädiert dafür, sich im Wahlkampf mit den Argumenten der AfD auseinanderzusetzen. „Eigentlich wollen wir dieser Partei keine Plattform bieten“, sagt Klockow. Aber nur mit Diskussionen könne der AfD-Taktik, Verunsicherung zu schaffen, begegnet werden.

UWG-Fraktionsvorsitzender Markus Neugebauer betonte, dass seine Fraktion nicht die undichte Stelle sei. Es gebe viele Möglichkeiten, wie die Schreiben nach außen gelangt seien, sagt Neugebauer. „Eine Intrige, um Personen zu schädigen, ist genauso möglich wie ein Versehen.“ Neugebauer hätte es vorgezogen, wenn der Vorgang zunächst intern besprochen worden wäre. „Ich finde es befremdlich, dass diese Angelegenheit sofort breitgetreten wurde.“

Von Andreas Kannegießer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6snqo7zf9t31iw3exj21
Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Fotostrecke Barsinghausen: Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de