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Schlauchliner erleichtern die Kanalsanierung

Egestorf Schlauchliner erleichtern die Kanalsanierung

Die Stadt Barsinghausen investiert seit Jahren Millionenbeträge in die Sanierung des maroden Kanalnetzes im Stadtgebiet. In den vergangenen Monaten hat der Stadtentwässerungsbetrieb das Sanierungsprojekt Ost 1 in Kirchdorf und Teilen von Egestorf vorangetrieben, das nun kurz vor dem Abschluss steht.

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Thomas Mau zeigt den Roboter mit Fräskopf und Kamera für die Herstellung der Hausanschlüsse.

Quelle: Andreas Kannegießer

Egestorf. In dieser Woche ist das von der Stadt beauftragte Unternehmen Arkil Inpipe GmbH an der Nienstedter Straße mit der Sanierung des Regenwasserkanals westlich der Einmündung der Straße Am Stockfeld beschäftigt. Der alte Betonkanal ist nach Schätzungen der Verantwortlichen der Stadtentwässerung etwa 70 Jahre alt. „Das Betonrohr ist undicht und hat sich teilweise aufgelöst“, sagt Projektleiter Rafael Krause.

Ausgebuddelt und ersetzt werden muss der alte Kanal allerdings nicht: Die Stadt setzt auch an der Nienstedter Straße auf das vielfach bewährte Schlauchlinerverfahren. Dabei wird von innen ein neues, zunächst flexibles Kunststoffgewebe in Schlauchform mittels Winde in den Kanal eingezogen, aufgepumpt und anschließend von innen mit Hilfe von starkem UV-Licht ausgehärtet. Das Schlauchlinerverfahren spart vor allem die aufwendigen Erdarbeiten, die beim herkömmlichen Sanierungsverfahren in sogenannter offener Bauweise notwendig sind. Monatelange Behinderungen für Anlieger und den Straßenverkehr entfallen. Beim Schlauchlinerverfahren müssen meistens nur zwei Kopflöcher an den beiden Enden der Sanierungsstrecke hergestellt werden, weil vorhandene Kontrollschächte oft zu knapp dimensioniert sind.

„Die Kosten beim Schlauchlining liegen nur bei einem Viertel der Kosten für die offene Bauweise“, erläutert der Leiter des Stadtentwässerungsbetriebs, Torsten Holzhausen. Die Qualität der mit den Kunststoffschläuchen abgedichteten Kanäle ist vergleichbar mit der von ganz neu gesetzten Kanalrohren: „Wir rechnen mit einer Lebensdauer von 50 Jahren“, sagt Krause. „Es ist am Ende wie ein neues Kunststoffrohr, das 13 Millimeter Wandstärke hat.“

Damit die Ergebnisse wie gewünscht ausfallen, müssen allerdings hochqualifizierte Spezialisten die technisch komplexen Arbeiten ausführen. Der Schlauchliner ist bei der Verarbeitung in eine zusätzliche, lichtdichte Folie eingehüllt, weil schon das Sonnenlicht den glasfaserverstärkten Kunststoffschlauch extrem schnell aushärten lassen würde. Millimetergenaue Arbeit ist insbesondere beim Ausfräsen der Hausanschlüsse nach dem Aushärten des eingezogenen Schlauchliners gefragt. „Dabei kommt ein Roboter zum Einsatz“, erläutert Oberbauleiter Sven Reglitz von der Firma Arkil Inpipe. Der Roboter kann ferngesteuert äußerst exakt im Kanalsystem bewegt werden. Er ist mit einem diamantbesetzten Fräskopf und einer Kamera ausgestattet. Die Bilder werden an einen Computerarbeitsplatz in einem Lastwagen des Arkil Inpipe-Teams übertragen. Per Joystick können die Experten dann den Fräskopf genau ansetzen. Auch die anschließende Abdichtung der Anschlüsse mit Epoxidharz lässt sich so ferngesteuert erledigen.

Rund 1,3 Millionen Euro kostet das Kanalsanierungsvorhaben „Ost 1“ in Kirchdorf und jenen Teilen von Egestorf, die westlich der Straße Am Stockfeld liegen. Seit Oktober vergangenen Jahres sind dort rund vier Kilometer Kanäle saniert worden, die meisten im Schlauchlinerverfahren. Außerdem mussten nach Angaben des Stadtentwässerungsbetriebs rund 300 Kanalanschlüsse erneuert und etwa 45 Kontrollschächte neu gemauert werden. Noch in diesem Jahr soll die Kanalsanierung mit dem Projekt „Ost 2“ im östlichen Teil von Egestorf fortgesetzt werden. Der Stadtentwässerungsbetrieb will das Vorhaben demnächst ausschreiben, im Herbst könnten dann die Vorarbeiten beginnen. Weil die gründliche Kanalinspektion per Kamera schon mehrere Jahre zurückliegt, soll zunächst erneut eine Kamera die Kanäle befahren, ehe der exakte Auftragsumfang festgelegt wird.

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Von Andreas Kannegießer

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