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Juniorwahlen: Am HAG gibt es kaum Nichtwähler

Barsinghausen Juniorwahlen: Am HAG gibt es kaum Nichtwähler

Eine Wahlbeteiligung von 88,9 Prozent – ein Ergebnis, von dem man bei der Bundestagswahl nur träumen kann, hat die Junior-Wahl am Hannah-Arendt-Gymnasium (HAG) erreicht. Unter möglichst realistischen Bedingungen haben Schüler dort erstmals einen Wahltag simuliert.

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Ronja (von links), Christina,  René und Alina-Luisa haben als Wahlvorstand die Juniorwahlen organisiert und durchgeführt.

Quelle: Malecha

Barsinghausen. „Einige Schüler waren mit Austauschprogrammen im Ausland“, rechtfertigt Alina-Luisa, dass die Wahlbeteiligung nicht bei 100 Prozent lag. Daher hätten „nur“ 572 der 643 Wahlberechtigten Schüler haben ihre Stimme im Rahmen des Projekts abgegeben, sagt Alina-Luisa. Die Sechzehnjährige gehört zum Wahlvorstand am HAG und hat mit neun Mitschülern die Juniorwahlen organisiert. Handschriftlich hat das Team alle Wahlbenachrichtigungen ausgefüllt, Räume für die Stimmabgabe gesucht und schließlich Zeiten für die jeweiligen Klassen ausgemacht sowie die Stimmzettel ausgezählt – und das alles selbstständig, mit nur wenig Unterstützung der Lehrer.

Drei Tage hatten sie im Rahmen der Projektwoche Zeit, um alles zu organisieren. „Es war total spannend, zu sehen, wie so etwas abläuft“, sagt Alina-Luisa. Vor allem für die Schüler, die noch keine Kommunalwahl miterlebt haben, war das Projekt interessant. „Jetzt weiß ich, wie es abläuft, wenn ich später selber wählen gehen darf“, sagt Ronja (13), die ebenfalls zum Vorstand gehört. „Außerdem haben wir uns intensiv mit allen Parteien auseinandergesetzt“, ergänzt Alina-Luisa. Denn im Rahmen des Projekts haben die Jugendlichen Plakate zu allen zur Wahl stehenden Parteien und deren Programmen ausgearbeitet.

„Für Schüler, die dieses Jahr erst mit dem Politikunterricht angefangen haben, war das echt gut“, sagt Ronja. Eine Überraschung für das Vorstandsteam: „Vor allem die Jüngeren haben die Aktion sehr ernst genommen – einige ältere hingegen nicht“, sagt René (17). Dennoch seien sie mit der Teilnahme mehr als zufrieden. Dass das Projekt gut ankam, zeigt auch, dass sich sehr viele Schüler in ihren Freistunden freiwillig als Wahlhelfer gemeldet haben, ergänzt Lehrerin Susan Burger.

Die Ergebnisse der Juniorwahlen, an denen sich bundesweit mehr als 3000 Schulen beteiligt haben, sind ab Sonntag, 18 Uhr, im Internet unter www.juniorwahl.de einzusehen.

Auch die Goetheschule hat Juniorwahlen organisiert

In den beiden Wochen vor der Bundestagswahl hat auch die Goetheschule-KGS Barsinghausen gemeinsam mit den beiden Hauptschulklassen des neunten Jahrgangs ihr Wahllokal für die Juniorwahl geöffnet. 464 Schüler der achten bis zehnten Jahrgänge waren wahlberechtigt und wurden im Rahmen des Politikunterrichts auf das Thema Wahlen vorbereitet.

Im Gegensatz zu den Juniorwahlen am HAG konnten die Stimmen an der Goetheschule nicht nur vor Ort sondern auch online abgegeben werden. „Ich möchte, dass die Schüler selbst entscheiden, ob sie Wahlen in unserer Demokratie für wichtig erachten. Bei einer niedrigen Beteiligung, kann man dann im Nachhinein sehr gut aufarbeiten, warum man abstinent blieb“, sagt Thomas Mayer, der die Wahl als Lehrkraft begleitet hat.

Diese Nachbereitung werde bei einem recht realistischen Wert von knapp 65 Prozent Wahlbeteiligung der Goetheschüler durchaus notwendig sein, resümiert Mayer. Die Ergebnisse werden ab Montag von den Schülern veröffentlicht und anschließend sollen sie in den Politikklassen besprochen werden. Ob sich die Ergebnisse der Juniorwahl von denen der echten Bundestagswahl unterscheiden, bleibt abzuwarten.

Von Lisa Malecha

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